04.02.2020 08:30 |

Krisenintervention

Sie sind da, wenn das Schicksal zuschlägt

Nach dem schrecklichen Unfall am Samstag in Stanz im Mürztal, wo ein zweijähriger Bub vom Auto seiner Mutter überrollt wurde und später starb, war das Kriseninterventionsteam vor Ort und stand den Angehörigen zur Seite. Über 620 Einsätze haben die etwa 400 Ehrenamtlichen alleine im vergangenen Jahr betreut.

Wenn der plötzliche Tod eines Familienmitglieds alles aus der Bahn wirft, sind sie da, um aufzufangen: die über 400 Freiwilligen des Kriseninterventionsteams (KIT) Steiermark. Edwin Benko ist als erfahrener Psychotherapeut und Supervisor des KIT tätig. „Wir versuchen, die ersten Reaktionen abzufangen. Es geht darum, herauszufinden, welche Bedürfnisse die Betroffenen haben - manche wollen reden, manche wollen schweigen, manche wollen sich verabschieden. Das ist ganz unterschiedlich.“

Die Betroffenen können Opfer, deren Angehörige, aber auch Verursacher sein. Besonders wichtig sei es, die sozialen Netze rund um sie einzubeziehen. „Je mehr, desto besser“, sagt Benko.

„Können bleiben, bis uns Betroffene nicht mehr brauchen“
Die meisten Fälle, zu denen das KIT gerufen wird, sind plötzliche Todesfälle. Das können Unfälle sein, aber auch medizinische Notfälle. „Bei vielen unserer Einsätze müssen Todesnachrichten mit der Polizei überbracht werden“, erzählt Benko. „Die Polizei muss dann gehen, aber wir können noch länger bleiben, oft sogar einige Tage – bis uns die Betroffenen nicht mehr brauchen.“

So war es auch beim tragischen Unfall in Stanz. Das KIT hat dort vor allem die Großeltern betreut, die den überfahrenen Buben gefunden haben. „In diesem Fall war es vor allem wichtig, dass alle Betroffenen mit Informationen auf dem Laufenden gehalten wurden. Und sich das soziale Netz anzuschauen: Wo braucht wer was?“, erzählt Benko. So lange wie gewünscht werden sie den Fall weiter betreuen.

Hannah Michaeler
Hannah Michaeler
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