Ölpest vor den USA
Weißes Haus setzt BP im Kampf gegen das Öl neue Frist
Der neue "Zylinder" soll fester versiegelt sein als der bisherige Behälter, aus dem Schiffe über Leitungen Öl aufsaugen. Das soll sicherstellen, dass auch bei stürmischer See das Öl weiter abgepumpt werden kann. Das Weiße Haus sorgt sich darüber, dass während des Auswechselns der Behälter Öl wieder ungebremst ins Wasser gelangen könnte. Es will wissen, was geplant ist, um eine weitere Ausbreitung der Ölpest in dieser Zeitspanne zu verhindern.
BP hofft, die Quelle mit Hilfe einer Nebenleitung endgültig zu versiegeln. Sie wird zurzeit gebohrt und soll tief im Meeresboden auf das Hauptbohrloch treffen. BP will dann zunächst Schlamm und danach Zement einleiten, um die Quelle endgültig zu verstopfen.
Schließung des Lecks wohl erst im August
Ein BP-Topmanager hatte in einem Interview des "Wall Street Journal" angedeutet, dass das Versiegeln schon früher gelingen könnte als Mitte August. "In einer perfekten Welt ohne Unterbrechungen ist es möglich, die Quelle zwischen dem 20. und dem 27. Juli zu schließen", meinte Bob Dudley. Die BP-Sprecherin sagte dazu, ein Erfolg Ende Juli sei denkbar, aber "das ist das aller-allerbeste Szenario... Das wäre der Fall, wenn alles perfekt nach Plan laufen würde, keine Hurrikans und so weiter".
Auch Admiral Thad Allen von der US-Küstenwache, der Ölpest-Sonderbeauftragte von Präsident Barack Obama, warnte erneut, die Erwartungen zu hoch zu schrauben. Er bestätigte zwar wie schon zuvor, dass BP bei der Bohrung den Plänen um etwa sieben Tage voraus sei, aber verwies zugleich darauf, dass der letzte Bohrabschnitt besonders kompliziert sei.
Möglich, das es mehrere Versuche braucht
Nach Parallelbohrungen im Abstand von 3,60 Meter zum Hauptbohrloch war nach Angaben der "Washington Post" vom Donnerstag noch eine Strecke von etwa 60 Metern bis zum "Treffpunkt" zu bewältigen. Dabei sollte der Bohrer in Abständen immer wieder zurückgezogen und eine Sonde eingeführt werden, um etwaige magnetische Signale vom Rohr im Hauptbohrloch aufzufangen.
Experten halten es für möglich, dass nach einem erfolgreichen "Treffer" mehr als ein Versuch nötig ist, um die Quelle mit Schlamm und Zement zu verschließen. Jede Runde, sagte Allen, könnte eine Woche bis zehn Tage dauern.
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