20.04.2020 05:00 |

Vom Paar zur Familie

Fast jedes zweite Baby kommt ungeplant zur Welt

Ein sehr großer Teil der Schwangerschaften „passiert“ - Experten rechnen auch nach der Corona-Krise mit einem Babyboom. Gleichzeitig können stetig weniger Menschen auf natürlichem Weg Kinder bekommen, jeder zehnte österreichische Säugling entsteht gleichsam im Reagenzglas.

Auch wenn viele Paare die entschleunigten Wochen dafür nutzen, an die Familienplanung zu denken, sind grundsätzlich „an die 40 bis 50 Prozent der Schwangerschaften ungeplant“, schätzt Univ.-Prof. Dr. Christian Egarter, Leiter der Klinischen Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin der MedUni Wien. „Das ist vor allem ein Phänomen bei jungen Personen. Gleichzeitig gibt es immer mehr Frauen ab 35, denen es schwerfällt, ein Kind zu bekommen.“ Deshalb sind laut Experten künftig neue Strategien zur Familienplanung wichtig.

Während die einen also daran arbeiten, nicht fruchtbar zu sein, fällt es anderen immer schwerer, guter Hoffnung zu werden. „Wir haben hier ein deutliches gesellschaftliches Problem. Waren vor 10 Jahren die Erstgebärenden noch knapp über 20, sind sie jetzt über 30. Die Fertilität, also Fruchtbarkeit nimmt aber ab dem 35. Lebensjahr - und noch stärker ab 40 - ab. Ab 45 Jahren ist es nur mehr in Einzelfällen möglich, natürlich schwanger zu werden,“ erklärt Prof. Egarter. „Aufgrund vielfältiger Hemmnisse resultiert schon jetzt jede 10. Geburt in Österreich aus einer In-Vitro-Kinderwunschbehandlung (IVF).“

Generell zeigt sich bei der Verhütung eine zunehmende allgemeine Skepsis gegenüber oral eingenommenen Hormonpräparaten. So bricht mittlerweile ein Drittel bis die Hälfte aller Frauen, die bereits mit der Pille verhüten, diese Methode innerhalb eines Jahres wieder ab. Experten empfehlen hier wieder rückgängig zu machende Langzeitkontrazeptiva (long-acting reversible contraceptives) - kurz LARCs. Dazu zählen Kupfer- und Hormonspiralen, 3-Monats-Depotinjektionen oder subdermale Implantate (unter der Haut).

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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