Zurück am Tatort

Familie ausgelöscht: Samet A. (31) „hörte Stimmen“

Nach einem Gewaltverbrechen mit drei Toten im Oktober im niederösterreichischen Kottingbrunn ist am Donnerstag im Rahmen eines Lokalaugenscheins die Tat rekonstruiert worden. Der 31-jährige Beschuldigte Samet A. gab dabei laut seinem Verteidiger Wolfgang Blaschitz an, Stimmen gehört zu haben - „bei den unmittelbaren Vorfällen und längere Zeit davor“. Das psychiatrische Gutachten ist unterdessen weiter ausständig.

Mit der Expertise beauftragt wurde der Sachverständige Manfred Walzl. Blaschitz hatte bereits Anfang November Zweifel an der Schuldfähigkeit seines Mandanten geäußert. Der Jurist sprach davon, dass sich beim 31-Jährigen „eine Schizophrenie herausgebildet“ habe.

Auch nach der Tatrekonstruktion seien „viele Fragen offen“, sagte Blaschitz. In Kottingbrunn waren am Donnerstag neben dem Verteidiger und Samet A. der Staatsanwalt, eine Opferanwältin, Gerichtsmediziner Wolfgang Denk sowie Justizpersonal und Polizeibeamte anwesend.

Während der 31-Jährige bei einer ersten Einvernahme der Exekutive zufolge geständig war, sagte er nun, „er könnte seine Frau nie umbringen und könnte schon gar nicht die Kinder umbringen“, so Blaschitz. Es gebe „aber Indizien, dass es so gewesen sein muss“.

„Impulsgesteuert“ gehandelt
Dem Obduktionsergebnis zufolge stach der Verdächtige im gemeinsamen Wohnhaus viermal auf seine Partnerin ein. Erinnerungen daran gebe es bei seinem Mandanten durchaus, „er meint aber, dass er keine Absicht gehabt hat, der Frau wehzutun oder sie zu töten“, gab Blaschitz zu Protokoll. Gehandelt haben will der 31-Jährige instinkt- und impulsgesteuert.

Nach einem Angriff auf einen Mithäftling in der Justizanstalt Wiener Neustadt wurde Samet A. nach Wien verlegt. Die in diesem Zusammenhang eingebrachte Anzeige wegen Körperverletzung sei „Bestandteil des Ermittlungsverfahrens“, sagte Erich Habitzl, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt, bereits Ende 2019.

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