Heimanwältin warnt

Angehörige Älterer in Sorge: zuviel Stress für Pfleger

Tirol
19.06.2010 11:23
Der Stress beim Pflegepersonal in den Alten- und Pflegeheimen Tirols wird immer größer - auch wenn das Verhältnis Bewohner zu Pfleger bundesweit top ist. Die Heimanwaltschaft zog Bilanz, und Landesrat Reheis blickte in die Zukunft: Eine Arbeitsgruppe soll neue Strategien entwickeln.

"Die Zeit ist einfach nicht da." Dieser eine Satz von Monika Hitsch bringt die Situation treffend auf den Punkt. Hitsch ist Tirols Heimanwältin und damit Anlaufstelle für Bewohner, Angehörige, Personal und Heimleitungen. Die Probleme, mit denen die Heimanwaltschaft konfrontiert wird, sind vielfältig: Abrechnungsprobleme, Pflegegeld, Unfreundlichkeiten, Privatsphäre, Heimverträge, Missverständnisse, hohe Drop-out-Quoten bei Pflegern…

Angehörige haben Angst um entsprechende Versorgung
Und eines fällt Hitsch auf: "Angehörige bemerken die angespannte Personalsituation und fürchten, dass ihren Familienmitgliedern nicht die adäquate Versorgung zukommt." Hauptgrund sei der überaltete Personal- bzw. Pflegeschlüssel, der ein Leben in Erfüllung nicht möglich mache, erklärt sie und fordert als ersten Schritt ein Überdenken der Dienstzeiten. Die müssten besser an die Alltagsaktivitäten angepasst werden.

Arbeitsgruppe hat ein Jahr Zeit
Landesrat Gerhard Reheis (SP) ist sich der Problematik bewusst. "Menschen kommen später in Heime - und brauchen dann stärkere Betreuung." Tirol sei zwar mit 44 Mitarbeitern pro 100 Heimbewohnern bundesweit top, doch die Probleme sind da. Also installierte Reheis eine Arbeitsgruppe, die sich ein Jahr lang intensiv mit der Zukunft der Pflege in Tirol beschäftigen wird.

von Stefan Ruef, Tiroler Krone
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