Diesen Nachtdienst wird die Kassierin wohl nicht mehr so schnell vergessen! Gegen 3.15 Uhr stürmte der vermummte Mann mit einem Fleischermesser in der Hand in die Shell-Tankstelle in der Bahnhofsstraße. „Geld her!“, schrie er die Frau an.
Wurstsemmel auf den Räuber geschleudert
Die Angestellte versuchte sich noch zu wehren und warf instinktiv eine Wurstsemmel auf den Gauner. Dennoch gelang es dem vorerst Unbekannten, 710 Euro zu erbeuten und zu flüchten. „Er stach mehrmals mit dem Messer auf die Arbeitsfläche ein, machte Stichbewegungen in meine Richtung und drückte einen Brotwagen gegen meinen Körper, so dass ich stürzte“, erklärte die geschockte Tankstellen-Mitarbeiterin, die dabei einen Bänderriss erlitt.
Gestochen scharfe Bilder aus der Überwachungskamera und ein DNA-Treffer führten schließlich zum 36-Jährigen. Bei einer Hausdurchsuchung in seiner Wohnung fand die Polizei auch noch die Schuhe, die der Mann bei der Tat trug. Dennoch stritt der Türke diesen Coup und zwei Einbrüche in einen Souvenirladen sowie in ein Lokal, in dem er früher gearbeitet hatte, vehement ab. Bis zum Prozess am Mittwoch. Denn auch zur Überraschung seiner Verteidigerin legte der Angeklagte plötzlich ein reumütiges Geständnis ab.
Spielsucht des Türken als Motiv für die Taten
„Ich bin spielsüchtig“, lieferte der unlängst wegen einer Unterhaltsverletzung vorbestrafte Mann auch gleich einen Grund für seine Taten. Der Schöffensenat um Richter Andreas Mair verurteilte den Angeklagten schließlich zu fünfeinhalb Jahren Haft und widerrief einen Monat aus einer früheren Verurteilung. Zudem muss der 36-Jährige 1000 Euro Teilschmerzensgeld an die Tankstellen-Mitarbeiterin zahlen. Er nahm das Urteil an.
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