Reuiger Unterländer

Krampus versetzte Bub einen Kopfstoß – Einigung mit Opfer

Tirol
16.06.2010 10:27
Weil am 5. Dezember 2009 beim Nikolausumzug in einem Dorf im Unterland ein paar kleine Buben den Krampus nicht ernst genommen haben, ist dieser ausgerastet. Er verfolgte die "Respektlosen", stellte einen von ihnen und verletzte ihn schwer. Weil er sein Unrecht einsah, wurde die Sache am Gericht ohne Vorstrafe beendet.

Der 19-Jährige, der bei diesem Umzug als Krampus mitlief, hatte eigentlich erwartet, dass er Angst und Schrecken unter den Kindern verbreitet. Dem war aber nicht so! Ein paar Lausbuben begannen sogar damit, das "Kramperl" zu "tratzen". Und deckten es mit Schneebällen ein. Patsch, ein Treffer! Das war dem jungen Krampus zu viel. Er riss sich die Maske vom Kopf und stürmte den Buben hinterher. Diese ergriffen die Flucht.

Bei der Friedhofsmauer hatte der aus der Rolle gefallene Begleiter des Heiligen Nikolaus einen der Buben eingeholt. Laut Strafantrag von Ankläger Markus Kitz packte er das Kind, dem der Schabernack längst vergangen war, beim Hals und würgte es. Dann holte der Angreifer mit dem Kopf aus, riss gleichzeitig den Kopf des Buben zu sich und versetzte ihm einen Kopfstoß. Die Folge war ein verschobener Nasenbeinbruch, also eine schwere Verletzung.

Vor Richter Gerhard Melichar (Bild) zeigte sich der aggressive Krampus reuig. Weil er sich mit den Eltern des Opfers über die Schadensgutmachung schon geeinigt hatte und weil er sein Unrecht bedauerte, wurde die Sache außergerichtlich (diversionell) bereinigt: 120 Euro Geldbuße plus Verfahrenskosten.

von Hans Licha, Tiroler Krone

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