Niedrige Miete:

Bürmoos bremst Preisspirale beim Wohnen

Salzburg
23.11.2019 13:00

Es geht ja doch noch: Die Gemeinde Bürmoos hat mitten im Ort ein Wohnhaus mit 16 Wohnungen realisiert, wo die Mieten noch nicht ins Unermessliche steigen. Pro Quadratmeter sind nur 7,5 Euro zu zahlen. Am Montag ziehen überglückliche Mieter ein. Es wurde für sie an unterschiedlichen Stellschrauben gedreht.

Gespart wurde mehrfach: Unterkellert ist das Haus nicht, dafür bestehen im Dachgeschoß Abteile. Statt einer teuren Tiefgarage gibt es je ein Carport oder freie Stellflächen. Die moderne Heizung ist günstig.

Junge Bürmooser in Starterwohnungen und die ältere Generation werden hier unter einem Dach wohnen. Sarah Strobl, erstmals von zu Hause weg: „Ich kann’s noch gar nicht richtig glauben, dass ich meine eigene Wohnung bekomme.“ Denn die allgemein hohen Preise verleiten die Jugend sonst, länger im „Hotel Mama“ zu bleiben. Auch Marianne Prudl (66) freut sich schon: „Ich bin nicht mehr so mobil und habe es im eigenen Haus nicht mehr geschafft.“

Der Baugrund stammt von der Gemeinde und wurde zu einem symbolischen Baurechtszins weitergegeben. Philipp Radlegger vom Bauträger Bergland: „Mit den Ersparnissen verkürzen wir nicht die Laufzeit der Kredite, sondern geben es sofort an die Bewohner weiter.“ Auch er kritisiert hohe Bauauflagen und fordert Nachbesserungen bei der Förderung des Landes.

Peter Eder, AK-Präsident und bei Projektstart noch Bürgermeister in Bürmoos glaubt, dass das Modell auch in anderen Gemeinden mit einem noch höheren Preisspiegel funktioniert: „Man muss in der Politik endlich zu einer aktiven Bodenpolitik übergehen.“

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