19.11.2019 16:00 |

Traurige Realität

6000 in Tirol noch von Kinderarmut betroffen

Am 20. November wird die UN-Kinderrechtskonvention 30 Jahre alt. 1992 trat das Abkommen in Österreich in Kraft. Trotzdem sind Kinderarmut und Gewalt noch immer traurige Realität, auch in Tirol. Mehr als 6000 Kinder sind betroffen. Landesrätin Gabriele Fischer weiß: Bei der Umsetzung gibt es noch einiges zu tun.

Das Recht auf einen angemessenen Lebensstandard scheint auf den ersten Blick für viele selbstverständlich. „Doch auch in Tirol gibt es bei der Umsetzung der Kinderrechte noch einiges zu tun“, erklärt LR Gabriele Fischer. 6010 Kinder in Tirol leiden unter Armut. „Diese Kinder wachsen in einkommensarmen Familien auf und erleben erhebliche Einschränkungen in zentralen Lebensbereichen“, betont Elisabeth Harasser, Kinder- und Jugendanwältin für Tirol. Schlechte Bildung und Ausgrenzung sind oft die Folgen. „Das Land Tirol versucht mit der Mindestsicherung, den betroffenen Familien ein menschenwürdiges Leben sicherzustellen“, schildert Fischer.

Oft Opfer von Gewalt
Die von Armut betroffenen Kinder werden nicht nur aus dem sozialen Umfeld ausgeschlossen, sondern sind auch oft Opfer von körperlichen Übergriffen. „Gewalt in Familien kann auch Ausdruck von Überforderung sein und durch die finanziell angespannte Situation ausgelöst werden“, so Fischer. Obwohl das Recht auf eine gewaltfreie Kindheit 2011 im Verfassungsrang gehoben wurde, gehen Kinderschutzzentren davon aus, dass jedes zehnte Kind die Erfahrung einer sexuellen Bedrängnis gemacht hat.

Rechte spielerisch vermitteln
Um Kinder über ihre Rechte aufzuklären, betreibt die Kinder- und Jugendanwaltschaft in Kindergärten und Schulen wichtige Sensibilisierungsarbeit. Mit dem spielerischen Projekt ‘Bärenstark’ ist auch die Kinder und Jugend GmbH in Volksschulen vertreten. „Denn nur wer seine Rechte kennt, kann sie auch einfordern“, erklärt Harasser.

Hannah Tilly

 krone.at
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