15.11.2019 07:32 |

Krankheit im Vormarsch

Deutscher Bundestag beschließt Masern-Impfpflicht

Lange wurde darüber gestritten, am Donnerstag hat der Deutsche Bundestag mit großer Mehrheit eine Masern-Impfpflicht beschlossen. Demnach müssen alle Kindergarten- und Schulkinder vom 1. März 2020 an beide Schutzimpfungen gegen Masern bekommen haben, die von Fachleuten empfohlen werden. Auch medizinisches Personal, Tagesmütter und Lehrer, die nach 1970 geboren wurden, müssen geimpft sein. Bei Verstößen drohen bis zu 2500 Euro Strafe.

Durch die Impfpflicht soll die Immunisierungsrate erhöht werden, denn damit die Gesamtbevölkerung gegen die hochansteckenden Masern geschützt ist, müssen laut Weltgesundheitsorganisation WHO 95 Prozent der Menschen immunisiert sein. Zuletzt hatte sich die Infektionskrankheit mangels Impfschutz europaweit wieder stärker ausgebreitet. In den ersten sechs Monaten 2019 wurden weltweit fast dreimal mehr Fälle gemeldet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Während eingefleischte Gegner des immunisierenden Stiches vor Komplikationen nach eben diesem warnen, plädieren Mediziner wegen des brisanten und nicht harmlosen Krankheitsverlaufs für dessen Pflicht. Denn bei Kindern unter vier Jahren und Erwachsenen über 20 Jahren verläuft die Infektion häufig schwer - jeder zweite aus dieser Gruppe musste im Vorjahr stationär in einem Krankenhaus behandelt werden.

Übertragung durch Tröpfcheninfektion
Die Übertragung der meldepflichtigen Viruserkrankung erfolgt durch Tröpfcheninfektion oder direkten Kontakt mit Nasen- sowie Rachensekret eines Patienten. Masern machen sich erst etwa neun Tage später bemerkbar, sind aber viel früher ansteckend. Am größten ist die Infektionsgefahr direkt vor dem Ausbruch bis etwa drei Tage danach.

Der Verlauf beginnt mit Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen und Husten. Ab dem zweiten bis dritten Tag zeigen sich an der Mundschleimhaut kleine Rötungen mit weißem Zentrum. Dann entwickelt sich der typische Ausschlag mit unregelmäßigen, drei bis sechs Millimeter großen, zunächst hellroten, ineinanderfließenden Flecken. Spezielle Therapie gibt es keine, lediglich die Symptome lassen sich lindern.

Viren löschen teilweise das Immungedächtnis
Erst Anfang des Monats haben Forscher eine Studie veröffentlicht, in der sie von einer fatalen Nachwirkung dieser Krankheit berichten: Demnach löschen die Masernviren einen Teil des menschlichen Immungedächtnisses, wodurch Betroffene auch über die Masernerkrankung hinaus empfänglicher für Infektionen mit anderen Erregern werden.

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