Das Konzept dieses Rennspiels ist schnell umrissen: Zwar entscheidet über Sieg oder Niederlage - wie üblich -, welcher Wagen als erster die Ziellinie überquert, doch der Weg dorthin verlangt vom Piloten weit mehr als das bloße Halten der Ideallinie. Denn auf den Strecken, die hauptsächlich durch Großstädte wie Barcelona, Los Angeles, New York oder Brighton führen, finden sich so genannte Power-ups.
Taktisches Geschick statt Glück gefragt
Indem man nun sein Vehikel über ein solches Element steuert – gezieltes Anvisieren derselben verlangt schon einige Fingerfertigkeit –, erhält man verschiedene Spezialfähigkeiten: Stoß (ein raketenähnlicher Feuerball), Mine und Blitz sind dabei die Offensivkräfte, mit denen man seinen Gegnern zu Leibe rücken kann. Dazu kommen noch das Nitro-Power-up für einen gehörigen Geschwindigkeits-Boost, ein Schutzschild und ein Reparatur-Kit.
All diese Elemente - gekonnt eingesammelt, weise ausgewählt und taktisch klug eingesetzt - entscheiden letztendlich über den Ausgang eines Rennens. Und der Glücksfaktor rückt dabei deutlich in den Hintergrund. Mit anderen Worten: Auf den Strecken geht es im Match gegen 19 weitere Autos stets gehörig zur Sache.
Langzeitmotivation durch freischaltbare Inhalte
Doch "Blur" kann noch viel mehr. Neben einer Einzelspieler-Karriere mit neun Events zu je sieben Rennen samt "Endbossen" weckt der umfassende Online-Multiplayer-Modus und das Splitscreen-Fahrvergnügen für bis zu vier Spieler gleichzeitig die Begeisterung der "Grip und Gummi"-Freunde.
Zudem bietet das Spiel die Möglichkeit, durch besondere Leistungen im Rennen Fans zu gewinnen, wodurch laufend neue Fahrzeuge freigeschaltet werden. Sogenannte Lichter, die durch entsprechende Platzierungen ergattert werden, schalten dagegen neue Events und Herausforderungen frei. Ein beachtliches Package aus Upgrades, Fahrzeug-Mods, neuen Herausforderungen und einem Legendenmodus motiviert den Piloten zusätzlich, sich immer wieder aufs Neue hinters Lenkrad zu klemmen.
Ruckelfreie Online-Rennen gehen auf Kosten der Optik
All diese Features können jedoch nicht über die schwache grafische Umsetzung hinwegtäuschen. Der geringe Detailreichtum und die nur mäßigen Texturen und Schatteneffekte erlauben aber im Gegenzug äußerst flüssige und praktisch ruckelfreie Echtzeit-Rennen gegen reale Gegner im großen Teilnehmerfeld - und das bei konstanten 30 Frames per Second. Zudem spendierte man den Flitzern – ganze 50 Modelle warten auf einen fliegenden Start - auch ein ansprechendes Schadensmodell, das sich ebenfalls auf das äußerst differenzierte Handling der Wagen auswirkt.
Die Steuerung ist zwar generell etwas schwammig geraten, erlaubt aber nach einer gewissen Eingewöhnungsphase einen recht präzisen Kurventanz. Abgesehen von der von Modell zu Modell variierenden Fahrdynamik sind die Wagen auch in unterschiedliche Klassen eingeteilt (Speed, Drift, Offroad, Robust), deren bedachte Auswahl sich entscheidend auf den Rennverlauf auswirken kann.
Fazit: All jenen, die ein erwachsenes Arcaderacing-Spiel suchen, sei "Blur" wärmstens empfohlen. Aber auch jene werden ihren Spaß haben, die in actiongeladenen Multiplayer-Begegnungen ihr Können unter Beweis stellen und ihre Erfolge auch gleich via Facebook und Twitter unters Volk bringen wollen. Sich mit Power-ups einzudecken und den Konkurrenten vielleicht nur wenige Meter vor der Ziellinie einen gewaltigen Strich durch die Rechnung zu machen, sorgt alleine schon für Nervenkitzel. Und die Vielzahl an Updates, freischaltbaren Mods, Events usw. lässt einen angesichts der schwächeren Grafik und eintönigen Hintergrundmusik schon mal ein Auge zudrücken.
Plattform: Xbox 360 (getestet), PS3, PC
Publisher: Activision Publishing, Inc.
krone.at-Wertung: 8/10
von Fritz Schneeberger
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.