Aus den Beschwerden:

Patientenanwalt kennt viele Probleme in Ambulanzen

Spitalspatienten zu ihrem Recht zu verhelfen, im schlimmsten Fall nach Behandlungsfehlern, ist zentrale Aufgabe der Patientenvertretung in Oberösterreich. Mit ihrem Leiter Michael Wall stößt sie immer wieder aber auch auf systemhafte Probleme, zum Beispiel bei der Aufklärung durch Ärzte und in überfüllten Ambulanzen

Die Ambulanzen sind ein Thema, das bei der Bearbeitung von Beschwerden häufig unterschwellig zum Vorschein komme, so Wall: „Dort entstehen immer wieder Situationen, die sowohl beim medizinischen Personal als auch bei den Patientinnen und Patienten auf Unverständnis stoßen.“

Lange Wartezeiten und „falsche“ Patienten
Da geht es um lange Wartezeiten, die Betreuung älterer oder sonstwie unterstützungsbedürftiger Menschen, Fragen der Terminkoordination, aber auch um Fehlinanspruchnahmen. Wall zu letzterem Punkt: „Projekte wie die Gesundheitsnummer 1450 mit ihrer telefonischen Gesundheitsberatung sind zwar zu begrüßen, zeigen aber noch keine ausreichende Wirkung.“ Die Nummer „1450“ ist am Donnerstag auch Thema einer Landtagsanfrage der SPÖ.

Verständliche ärztliche Aufklärung
Zweites mitschwingendes Thema ist die verständliche (!) ärztliche Aufklärung. Diese, so Wall, dürfe nicht nur formale Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung sein. Sondern sie müsse so gestaltet werden, dass sie überhaupt Grundlage und Rahmen für eine erfolgreiche Arzt-Patienten-Beziehung bilden könne.

Keine ausreichenden Erklärungen
Denn bei einer Vielzahl von Beschwerden zeige sich, dass zwar die Behandlung „lege artis“, also medizinisch auf der Höhe, gewesen sei. Aber es nicht gelungen sei, dem Betroffenen das Behandlungsgeschehen einschließlich allfälliger Komplikationen ausreichend zu vermitteln bzw. weitere Lösungen zu beschreiben.

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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