Kurioser Betrugsfall:

Pferdezucht war nur ein „Traumschloss“

Trakehner-Pferde sind quasi die deutschen Lipizzaner – und der große Traum eines Vorarlberger Betrügers (38), der in Suben in seine Haft absaß. Bei Freigängen gärtnerte er bei einer Geschäftsfrau aus dem Raum Vöcklabruck, die dem Pferdenarren viel Geld borgte, mit dem er sich als Züchter ausgab. Nun sitzt er wieder.

Der 38-Jährige aus Alberschwende (Vbg.) soll sich seit seiner Haftentlassung im Jänner 2018 als Besitzer und Gründer eines Gutes und Züchter von hochwertigen Trakehner-Pferden ausgegeben haben. Er kaufte insgesamt zehn dieser Rassepferde, konnte aber nie bezahlen. Es kam zu keiner Übergabe, die echten Besitzer blieben aber auf den Kosten für Tierärzte, Einstellgebühren und entgangenen Turnierprämien sitzen.

Nur “Ami“ glaubte ihm
Nur ein Amerikaner war vertrauensselig genug: Der Pferdebesitzer exportierte auf Wunsch des „Baron Münchhausen aus dem Ländle“ einen Trakehner-Hengst in ein Gestüt nach Deutschland. Aber auch der „Ami“ bekam nie den Kaufpreis erstattet.

Von Dame gesponsert
Möglich wurde der ganze Schwindel erst durch die Freigiebigkeit einer älteren Geschäftsfrau aus dem Bezirk Vöcklabruck, die der Verdächtige beim Gärtnern im Zuge seiner Häfen-Freigänge kennen gelernt hatte. Die Dame borgte dem mehrfach vorbestraften Betrüger etliche Tausende Euro, welche sie, wenig überraschend, aber niemals wieder sah.

Bankinstitut vermutete verbotene Geldwäsche
Eine Vorarlberger Bank schöpfte schließlich Verdacht, weil der 38-Jährige dauernd Überweisungen von seinem ungedeckten Konto veranlasste. Die Banker vermuteten Geldwäsche und verständigten die Polizei, Der Beschuldigte wurde nun in Wien festgenommen, wo er bei einem Freund logierte. Er war voll geständig, sitzt nun in Wels hinter Gittern.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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