Trauer in Südtirol
Ex-Landeschef Silvius Magnago zu Grabe getragen
Bischof Karl Golser betonte in seiner Rede, dass Magnago der Vater der mittlerweile europaweit anerkannten Autonomie Südtirols sei - eines Modells, das sich durch das friedliche Zusammenleben der Sprachgruppen und Toleranz auszeichne. In den von privaten Begleitern und politischen Vertretern verlesenen Fürbitten wurde besonders auf die Bescheidenheit des Lebens von Magnago verwiesen. Er habe stets Gerechtigkeit für die deutsche und ladinische Volksgruppe eingefordert und diese auch durchgesetzt. "Magnago hat sich selbstlos für das Volk, vor allem aber die Schwächeren eingesetzt", hieß es während des Trauergottesdienstes.
"Vaterfigur für Tausende Südtiroler"
Südtirols Landeshauptmann und Nachfolger Magnagos, Luis Durnwalder, bezeichnete ihn als "Vaterfigur für Tausende Südtiroler". Magnago sei ein außergewöhnlicher Mann gewesen. Die "beeindruckende Weitsicht, das diplomatische Geschick und die Jahrzehnte lange harte Arbeit, mit der Magnago das Fundament des Hauses Südtirol gelegt hatte", würdigte SVP-Obmann Richard Theiner in seiner Grabrede.
"Respektvoll" verneigte sich Bundeskanzler Werner Faymann "vor einer großen Persönlichkeit." Magnago habe immer die machbare Politik und das Gemeinsame gesucht, nicht das Trennende. Dafür sei eine sehr tiefe Wertehaltung notwendig. Diese im Frieden verbundene Wertehaltung Magnagos solle seiner Ansicht nach nicht nur Südtirol ein Vorbild sein, sondern ganz Europa, wo immer wieder bestimmte Kreise das Trennende suchten. Landeshauptmann Günther Platter als Vertreter Tirols trauerte "um einen seiner Größten".
5.000 Menschen nehmen am Trauerzug teil
Schätzungen der Carabinieri zufolge hatten rund 5.000 Personen die Trauerfeierlichkeiten mitverfolgt. Das Requiem wurde vom Domchor und von Streichern umrahmt. Den rund 800 Meter langen Trauerkondukt säumten zahlreiche Personen, besonders auch in den von Italienern bewohnten Vierteln. Der Sarg Magnagos wurde von einer Kutsche und zwei Norikerpferden gezogen. Neben Vereinen und Verbänden begleiteten auch die Ehrenformation der Schützen den "Vater der Autonomie" auf seinem letzten Weg.
Magnago war vergangenen Dienstag im Krankenhaus Bozen gestorben. Er war vor einer Woche, am 21. Mai, eingeliefert worden. Dem war ein Sturz aus seinem Rollstuhl vorausgegangen. Neben einem Schlüsselbeinbruch hatte sich der 96-Jährige auch Verletzungen im Gesicht zugezogen.
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