Der Biber steht unter strengstem Schutz - österreichweit wie auch EU-weit. Er darf nicht nur selbst nicht direkt bedroht werden, auch sein Lebensraum darf nicht beeinträchtigt werden. Das ist aber mitunter schwierig, wenn die Bahn aus Sicherheitsgründen jene Ufergehölzstreifen in Gleisnähe schlägert, die dem Biber im Winter als wichtige Nahrungsquelle dienen.
"Aktuell bewohnt der Biber 41 Reviere in Tirol", berichtet Tirols Biberbeauftragte Nadine Haslwanter-Egger. "Grundsätzlich gibt die geschätzte Zahl von rund 90 Bibern zu Hoffnung Anlass, dennoch ist die Population immer noch stark gefährdet", erklärt sie.
Allein 20 Tiere seien bei der Reviersuche in den vergangenen Jahren durch den Straßenverkehr umgekommen. Gefährdet sei der Biber aber auch durch Eingriffe und Störungen des Lebensraumes. Um diese zu minimieren, diskutierten kürzlich Vertreter von ÖBB und Land Tirol im Alpenzoo verschiedene Vorgangsweisen.
"Besonderes Augenmerk liegt auf jenen Bereichen, in denen ein sicheres Nebeneinander von Bahn und Biber nicht möglich ist", berichtet ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel. Die gezielte Bepflanzung mit Baum- und Straucharten von niedrigem Wuchs anstelle von hohen Bäumen ist eine denkbare Variante, eine gezielte Bewirtschaftung eine andere.
Weiters schulen die ÖBB jene Mitarbeiter, die bei ihrer Tätigkeiten entlang des Schienennetzes mit Bibern in Kontakt kommen.
"Derzeit bestehen in ganz Tirol vom Unterland bis Inzing zehn Biberreviere entlang von Bahnstrecken", sagt Zumtobel. Auch ein eigener Info-Folder steht in Diskussion.
von Philipp Neuner, Tiroler Krone
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