Kostbares Nass

Wassergebühr in Klagenfurt lässt die Wogen hochgehen

Kärnten
19.05.2010 13:38
Das kostbare Nass wird in Klagenfurt empfindlich teurer - das lässt bei den Kunden die Wogen hochgehen. Ursprünglich hatten die Stadtwerke angekündigt, auf die "Wasserbereitstellungsgebühr" zu verzichten, bis die Sache juristisch geklärt ist. Jetzt überraschte die Kunden ein Schreiben, wonach das Geld sogar rückwirkend mit 1. April eingehoben wird – macht 84 Euro pro Jahr!

"Wir können nichts dafür. Beschweren Sie sich bitte bei der Direktion", bekommen wütende STW-Kunden im Servicecenter zu hören. Denn die jüngste Abrechnung hat’s in sich: Knapp sieben Euro pro Monat verlangen die Stadtwerke nun dafür, dass Wasser bezogen werden kann.

Zulässigkeit unklar: Prozesse am Gericht laufen
Noch ist unklar, ob das Unternehmen dazu überhaupt berechtigt ist. Der Wiener Anwalt Wolfgang List glaubt: "Nein! Der Vertrag zwischen STW und Kunden wurde einseitig geändert. Ob das zulässig ist, muss das Gericht klären." Die Prozesse am Bezirks- und Landesgericht Klagenfurt laufen noch.

"Nicht aus Jux und Tollerei"
Trotzdem kassieren die Stadtwerke bereits. Sprecher Harald Raffer: "Wir hatten immer nur zugesagt, die Einhebung für drei Monate außer Kraft zu setzen. Das ist passiert. Doch mit 1. April war diese Frist vorbei." Man hebe das Geld – sieben Euro pro Haus – "nicht aus Jux und Tollerei ein", sondern weil es für die Sanierung der veralteten Wasseranlagen notwendig sei.

Wer sich abgezockt fühlt, möge seine Rechnung mit anderen Gemeinden vergleichen, empfiehlt Raffer: "Da kostet Wasser viel mehr." Zudem gäbe es für Bedürftige einen Wasserscheck.

von Kerstin Wassermann, "Kärntner Krone"

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