Es waren nur ein paar Sekunden, aber sie haben hellhörig gemacht. Als im ORF die letzte Elefantenrunde zu Ende ging, versagte Norbert Hofer die Stimme. Seine Antwort auf die Frage, wie er Politik und Privatleben vereinbare, war so leise, dass nur noch Gemurmel zu hören war.
Mit allerletzter Kraft wiederholte er den Satz. Er freue sich, bald wieder mehr Zeit für die Familie und sein Hobby, die Fliegerei, zu haben.
Plötzlich konnte man erahnen, wie kräfteraubend dieser Wahlkampf für alle Kandidaten gewesen sein muss. „Seit zwei Wochen jeden Tag Fieber und nur mit Tabletten Termine überstanden“, twitterte der gesundheitlich angeschlagene FPÖ-Chef.
Heute geht ein viel zu langer und in dieser Intensität einzigartiger Wahlkampf ins Finale. Für die Wählerinnen und Wähler, aber auch für die Kandidatinnen und Kandidaten.
Sich fast täglich bei Duellen und Diskussionsrunden zu treffen, auf Konfrontation zu gehen und dabei souverän zu bleiben, Mimik und Gestik unter Kontrolle zu halten, immer im Spannungsfeld zwischen Publikum und dem politischen Gegner. Durch die Bundesländer tingeln, Hände schütteln, Selfies machen, immer von Kameras begleitet. Dafür gebührt ausnahmslos allen Respekt - und unsere Stimme.
„Genug ist genug“, sagte Sebastian Kurz am 18. Mai als Reaktion auf das Ibiza-Video. Heute möchte man seine Worte wiederholen. Anstrengend war’s, gut haben’s alle gemacht. Aber jetzt ist es wirklich genug.
Conny Bischofberger, Kronen Zeitung
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