Meisterdieb Garret

Thief: Deadly Shadows

Spiele
09.07.2004 12:30
Schleich-Spiele sind groß in Mode: Ob Splinter Cell, Mission Impossible oder Metal Gear Solid – immer mehr Games setzen auf lautlose Agenten-Missionen. Noch bevor das Genre „entdeckt“ wurde, brachte Eidos mit „Dark Project“ vor fünf Jahren ein Schleichspiel, das im Mittelalter angesiedelt ist. Nach einem ziemlich guten zweiten Teil, gibt es jetzt mit „Thief: Deadly Shadows“ die dritte Fortsetzung.
Anders als Sam Fisher und Co. muss MeisterdiebGarret ganz ohne High-Tech auskommen - kein Nachtsichtgerätund keine Wäremebild-Kameras. Mit Pfeil und Bogen bewaffnetschleicht der Spieler in der Rolle des Diebs durch die Dunkelheit.Fast so wie Robin Hood bestiehlt Garrett die Reichen, mit demeinzigen Unterschied, dass er die Beute nur sich selbst schenktund nicht den Armen. In diesem Abenteuer geht es aber nicht umsplumpe Stehlen von Geld und Gold, sondern der Held im Kapuzengewand wird in seiner Heimatstadt in einen Strudel aus religiösemFanatismus, Gewalt und Intrigen hineingezogen.
 
Gegen Heiden und Priester
Der geheime Orden der Hüter hat sich der Wahrungdes zerbrechlichen Gleichgewichts der verschiedenen Kräfteder Stadt verschrieben. Einst hatten die Hüter auch Garrettausgebildet. Dieser hat seinen rätselhaften Gönnernjedoch vor langer Zeit den Rücken gekehrt, da er deren heimlicheUmtriebe und Einmischungen in die Geschicke der Stadt verachtete.Die Hüter fürchten das prophezeite Dunkle Zeitaltermehr als alles andere und wenden sich in der Stunde der Not anGarrett. Widerwillig arbeitet Garrett also erneut mit den Hüternzusammen. Er allein verfügt über die Nervenstärkeund die Geschicklichkeit, an der es den weisen Hütern mangelt.
 
Suche nach dem Schatz der Schätze
Seine Nachforschungen führen ihn im Laufe desAbenteuers in Schlösser, Villen, Kathedralen, Kerker undMuseen. Dort kämpft er entschlossen gegen Wachposten, Söldner,Banditen, heimtückische Monster und weit schlimmere Feinde.Er ist auf der Suche nach den ältesten Schätzen derStadt - Schätze, die ihm helfen können, das prophezeiteZeitalter der Dunkelheit abzuwenden.
 
Licht und Schatten
Wie schon die Vorgänger lebt das Spiel von dendynamischen Beleuchtungs- und Schatteneffekten. Mit Wasserpfeilenkann man unerwünschte Lichtquellen, um sich zu verstecken.Achtung: Auch der eigene Schatten kann verräterisch sein.Angenehm ist, dass man jetzt auch in die Third Person-Perspektivewechseln kann - das ermöglicht einen besseren Überblicküber das Geschehen und bietet ein ähnliches Feelingwie bei anderen Stealh-Games.
 
Schwache KI aber Liebe zum Detail
Als Werkzeuge und Waffen stehen einem Dietriche,ein Knüppel, verschiedene Spezialpfeile, Kletterhandschuhe,Ölflaschen, Blitzbomben und der Dolch zur Verfügung.Die KI ist nicht besonders augeklügelt: Zwar gehen die Wachpostenverdächtigen Geräuschen nach, vergessen aber sehr baldwieder, dass sie eigentlich nachschauen wollten. Die Grafik istsehr schön - ob Gesichtsausdrücke oder Hintergrund-Texturen- hier spürt man die Liebe zum Detail. Eine einführendeMission hilft dem Spieler, sich mit Steuerung und Spielprinzipvertraut zu machen und bietet Nervenkitzel von der ersten Minutean.
 
Fazit: Thief III ist ein herausfordernesmittelalterliches Schleich-Spiel ohne großartiger High-Tech-Ausrüstungund trotzdem sehenswert und technisch beeindruckend. ZahlreicheVerbesserungen wie die Third-Person-Perspektive und eine etwaskonfuse aber originelle Story bieten den stärksten Nervenkitzeldes Spielesommers.
 
Plattform: PC (getestet), Xbox
Publisher: Eidos
Krone.at-Wertung: 81%
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