Betrug: 480 € Strafe

Um zu überleben: Für Ware kassiert, aber nicht geliefert

Tirol
14.05.2010 16:49
600.000 Euro Schulden, drohender Konkurs, Exekutionen anhängig: Trotz dieser ungünstigen Geschäftslage hat ein Oberländer Unternehmer (26) "weitergewurstelt". Um seinen Bildschirm-Vertrieb und damit die Existenzgrundlage für seine Familie zu retten. Gefährliches Unterfangen: Er wurde wegen Betruges verurteilt.

Der Angeklagte, der am Freitag am Innsbrucker Landesgericht vor Schöffenrichter Bruno Angerer stand, war zu den angeklagten Fakten geständig: Dass er trotz prekärer Schuldenlage weiter Flachbildschirme an Hotels vertrieb. In insgesamt vier Fällen hatte er über 8.000 Euro einkassiert. Die bestellten Bildschirme konnte der Angeklagte jedoch nicht mehr liefern.

Er bestritt jedoch, dass er dies gewerbsmäßig getan habe, um sich durch seine Vorgangsweise eine fortlaufende Einnahmequelle zu verschaffen. "In so einer Situation tut man alles, um sein Geschäft irgendwie zu retten. Loch auf, Loch zu. Da hängen ja Wohnung, Frau, Kind, die ganze mühsam aufgebaute Existenz mit daran", sagte der Unternehmer. Er habe ständig gehofft, dass die Auftragslage wieder besser werde.

"Der Angeklagte musste im März 2009, zum Zeitpunkt als er Gelder kassierte, aber keine Bildschirme lieferte, wissen, dass er seine Zusagen nicht einhalten kann", sagte Staatsanwalt Hansjörg Mayr.

Der Schöffensenat ging nicht von gewerbsmäßig schwerem Betrug aus sondern von einer leichteren Form des Betruges: 480 Euro Geldstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

von Hans Licha, Tiroler Krone

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