Ärger über Amtspost

Toter Ehemann wurde zu ungeborenem Ausländer

„Kleine“ Fehler lassen eine Witwe aus Linz 14 Monate nach dem Tod ihres Mannes, mit dem sie 56 Jahre verheiratet war, nicht zur Ruhe kommen. Helga Struzenberger (77) bekam Post vom Uni-Klinikum, laut der ihr verstorbener Mann erst im Jahr 2040 geboren wird - und das Bezirksgericht Linz machte ihn zum Bosnier!

„Krone“: Seit mehr als einem Jahr ist Ihr Ehemann tot, doch zur Trauer mischt sich Ärger über Amtspost.
Helga Struzenberger: Einerseits, weil die Todesumstände für uns noch nicht restlos geklärt sind, aber das ist hier nicht das Thema. Es sind die Schlampereien, die mich immer wieder aufwühlen und immer wieder für Ärger sorgen. Das Finanzamt nimmt jetzt einen Beschluss des Bezirksgerichts nicht an, weil mein Mann plötzlich Bosnier ist.

„Krone“: Können Sie sich diese „Ausbürgerung“ erklären?
Struzenberger: Überhaupt nicht. Im ersten Beschluss nach seinem Tod war er noch Österreicher, jetzt steht in der abschließenden Verlassenschaft bei der Staatsangehörigkeit plötzlich Bosnien und Herzegowina. Mein Mann war nie in Bosnien, nicht einmal auf Urlaub.

„Krone“: Sie haben eine Neuausfertigung beantragt. Müssen Sie diese bezahlen?
Struzenberger: Ich hoffe nicht, ich habe schon 74 Euro bezahlt.

„Krone“: Laut Linzer Uni-Klinikum, wo Ihr Mann am 1. Juli 2018 gestorben ist, ist er noch gar nicht geboren worden.
Struzenberger: Da wurde in einer Rechnung für die Abschrift des Krankenblattes das Geburtsdatum von 14. November 1940 um genau 100 Jahre nach vorne verlegt aufs Jahr 2040. Da muss doch der Computer anzeigen, dass das nicht stimmen kann.

„Krone“: Man könnte sagen, das ist nur ein kleiner Fehler.
Struzenberger: Aber er sorgt auch für Ärger und dafür, dass man nicht richtig abschließen kann.

Markus Schütz/Kronen Zeitung

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