10.09.2019 10:26 |

Kommentar des Tages

Bub (8) aus Bus geworfen: „Sache hat zwei Seiten“

Nicht schlecht staunte Raffaela S., als sie gestern bei einer Busstation im niederösterreichischen Purkersdorf ihr völlig in Tränen aufgelöstes Kind vorfand. Der Achtjährige sollte zusammen mit seinem jüngeren Bruder nach Pressbaum zur Schule fahren, doch dazu kam es nicht.

Während der Siebenjährige noch Glück hatte und in den Bus einsteigen durfte, wurde der Achtjährige vom Busfahrer kurzerhand wieder hinausbefördert - die Begründung: Der Bus sei voll. Selbst, als die Mutter dem Bus mit dem Auto nachfuhr und den Fahrer persönlich zur Rede stellte, schien dieser sich nicht umstimmen zu lassen. Der Fall wurde „zur dementsprechenden Bearbeitung“ der Verkehrsstelle Hütteldorf vorgelegt.

Die Meinung unserer Leser ist hier genauso eindeutig, wie auch kontrovers. Einige sehen hier einen eindeutigen Fehler des Busfahrers, welcher ein Kind hilflos auf der Straße stehen ließ, andere finden es unverantwortlich, Kinder in diesem Alter alleine zur Schule fahren zu lassen. Egal, wem man die Schuld an dem Vorfall gibt, in einem Punkt scheinen sich unsere Leser einig zu sein: Das Wohlergehen und die Sicherheit der Kinder sollte stets an erster Stelle stehen.

„beobachter68“ fasst die Gedanken sehr gut zusammen und versucht, die Situation von mehreren Blickwinkeln zu sehen. Er versteht, dass sich der Busfahrer an Vorschriften zu halten hat und das Wohl des Kindes in einem überfüllten Bus nicht gefährden wollte - zumal der Fahrer auch für seine Fahrgäste verantwortlich ist. Andererseits kann „beobachter86“ auch die Sorgen der Mutter nachvollziehen, welche möglicherweise emotional und nicht „auf sachlicher Ebene“ reagiert hat. Zum Schluss bringt „beobachter68“ noch den Vorschlag, eigene Schülerbusse auf der Strecke fahren zu lassen, wenn es dort so großen Bedarf gibt.

Hier der Kommentar im Wortlaut:

Die Sache hat wie immer zwei Seiten. Einerseits kann man sagen, dass nichts dabei wäre, ein Kind mehr mitzunehmen. Andererseits wenn etwas passiert, wird sofort unter einer Headline „Wahnsinn: Busfahrer riskiert Leben von Kindern im übervollen Bus“ oder so ähnlich sofort nach einem Schuldigen gesucht. Und wenn der Busfahrer da gegen eine entsprechende Vorschrift verstoßen hat, ist er haftbar.
Einerseits ist zu verstehen, dass eine Mutter aufgebracht ist, wenn so etwas passiert, andererseits wird auch Ihr Statement gegenüber dem Fahrer nicht unbedingt auf sachlicher Ebene geführt worden sein und kann man dann halt auch eine solche Ebene vom Gegenüber nur schwer verlangen.
Wenn es dort so großen Bedarf gibt, müsste man halt vielleicht den Einsatz eines eigenen Schülerbusses anstoßen.

Hier können Sie den letzten „Kommentar des Tages“ nachlesen.

Wenn auch Sie eine interessante Wortmeldung gefunden haben, die es Ihrer Ansicht nach wert ist, Kommentar des Tages“ zu werden, schicken Sie uns Ihren Vorschlag bitte an post@krone.at. Wir freuen uns über Zusendungen und wünschen Ihnen viel Glück, vielleicht wird bald auch einer Ihrer Kommentare unter dieser Rubrik zu finden sein!

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