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Mehr Teilzeit: „Alles andere is Sklaventreiberei!“

Österreich
13.03.2026 13:30
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Von Community

Seit 2005 sind in Österreich 750.000 Menschen zusätzlich in Beschäftigung gekommen, doch die Arbeitszeit ist nur minimal angestiegen. Immer mehr Menschen arbeiten Teilzeit oder sind eigenständig. Dies führte zu spannenden Diskussionen und auch unsere Community hatte viel zu sagen zu diesem Trend.

Österreich erlebt auf den ersten Blick einen historischen Beschäftigungsboom: Ein Plus von 20,1 Prozent, während die Bevölkerung im selben Zeitraum nur um 11,5 Prozent wuchs und die Erwerbstätigenquote auf 74,3 Prozent stieg. Doch hinter den Rekordzahlen steckt ein anderes Bild: Das tatsächlich geleistete Arbeitsvolumen nahm in 20 Jahren nur um 2,1 Prozent zu. Dies ist ein Effekt des starken Teilzeit-Booms, der den Arbeitsmarkt zunehmend verändert. Und auch unsere Leser sehen die Zukunft des Arbeitsmarkts in der Teilzeit.

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Copernicum
Wenn ich gegeüberstelle, wie viel Lebensqualität mir ein zusätzlicher freier Tag pro Woche bringt und wie viel Lebensqualität mir das zusätzliche Geld einer Vollzeitstelle bietet, ist es kaum überraschend, das viele Menschen lieber Teilzeit arbeiten. Dank Steuern und Sozialversicherung bleibt einem nämlich nicht viel übrig vom zusätzlichen Verdienst.
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graz111
Besser Teilzeit als gar nicht arbeiten!
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haderlump
Ich arbeite auch Teilzeit weil ich diesen Wahnsinn im Spital sonst nicht mehr ertragen könnte. Sollen froh sein, dass ich mich Teilzeit noch für diese Sklaventreiberei hergebe .
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Lohnt sich Vollzeit noch?
Die Arbeitswelt verändert sich und mit ihr die Einstellungen zu Arbeitszeit, Leistung und Motivation. Während Unternehmen Prozesse optimieren und klassische Überstunden vielerorts zurückgehen, stellen sich gleichzeitig immer mehr Menschen die Frage, ob sich Vollzeitarbeit unter den heutigen Rahmenbedingungen überhaupt noch lohnt. Zwei Leserkommentare zeigen, wie unterschiedlich die Ursachen und Wahrnehmungen dieser Entwicklung gesehen werden.

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Elea
Ich weiß, es werden viele jetzt wieder den Daumen runterdrücken, aber ich bleibe bei meiner Meinung: Ich kann's verstehen, dass viele vielleicht nur noch 30 Stunden arbeiten wollen statt Vollzeit. Man zahlt bei Vollzeit nur drauf: hohe SV, hohe Lohnsteuer (…). Selbst wenn man Vollzeit arbeiten geht, kann man sich heute in normalen Jobs (also wenn man kein Anwalt oder Arzt ist) sowieso kein Eigentum mehr als junger Mensch leisten. Also, wozu die Motivation, noch Vollzeit zu arbeiten? Leute, die ohne etwas zu tun und je getan zu haben, sämtliche Leistungen und Förderungen bekommen, die man als Arbeitender und, aus welchen Gründen auch immer, vielleicht kurzzeitig Arbeitsloser (z. B. durch Insolvenz) nie bekommen würde. Es ist einfach nicht fair.
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Leanmanagement
Vieles ist statistisch auch logisch – auch wenn es um Überstunden geht.
Diese sind für ein Unternehmen teuer, also werden sie nur dort anfallen, wo es Arbeits- und Auftragsspitzen gibt.

Vor 10 oder 20 Jahren war das noch nicht so. Da war z. B. in der Industrie oft der Hintergrund von Missmanagement, fehlender Planung, Schlampereien etc., welche kurzfristig einfach mit Überstunden ausgeglichen wurden.

Z. B. eine kaputte Industriemaschine, welche plötzlich ausfiel, da es keine geplante Wartungshistorie (TPM) gab, die es verhinderte; oder plötzlich war ein Werkstoff nicht da, da das Bestellwesen nicht funktionierte und der Huber Max das letzte Teil aus dem Lager holte, es aber nicht meldete. Und das musste danach mit Überstunden wieder aufgeholt werden.

Heute ist das in "ernstzunehmenden" Unternehmen großteils mittels ineinandergreifender Prozessdisziplin ausgemerzt, also sinken auch die Überstunden.
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„Das Geld ist an falscher Stelle konzentriert“
Rund um Arbeitszeit, Einkommen und Lebensstandard gehen die Meinungen weit auseinander. Während einige die Ursachen für steigende Unzufriedenheit im Wirtschaftssystem und einer ungleichen Verteilung von Vermögen sehen, kritisieren andere vor allem die veränderten Bedingungen am Arbeitsmarkt und den wachsenden Druck im Berufsleben.

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Inarius
Ich hoffe wir sind uns alle einig das nicht die Leute in Teilzeit das Problem sind sondern die Arbeit mittlerweile das Problem ist.

Durch Arbeiten kann man sich nichts mehr aufbauen wie früher.
Der Druck ist gestiegen im Gegensatz zu früher, Digitalisierung, alles wird kontrolliert usw.
Der Dank Seitens Arbeitgeber ist nahezu 0, man ist nur noch eine Nummer.
Politisch wird man ausgesackelt ohne Ende, an Pension usw. ist garnicht mehr zu denken.
Steigt der Lohn steigen die Kosten, für den Arbeitnehmer sowieso Arbeitgeber, was wiederrum dazu führt das sich an der Lebenssituation -überhaupt nichts- ändert.
Man arbeitet um überhaupt zu "überleben" nicht um sich etwas zu schaffen.

Mittlerweile besteht das ganze aus "Kredit" aufnehmen und den fürs restliche Leben -ABarbeiten- zu müssen weil man nen Schuldenberg hat um diesen bis zur pension zu bewältigen.

DAS ist euer leben ;)
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provernunft
Es ist genug Geld im System, um das zu unterstützen, neben Gesundheitssystem, Sozialem und Pensionen.... Nur ist das Geld an falscher Stelle konzentriert. Wenn fragwirdige Einzelpersonen wie Elon Musk an der Grenze zum Billiardär kratzen, wenn Konzerne dutzende Milliarden bloß für die Übernahne anderer Konzerne ausgeben, auf der anderen Seite es Millionen Menschen aber am nötigsten fehlt und wichtige Güter, Energie und lebensnotwendige Dinge wie Wohnen nur wegen spekulativer Profitgier preislich entgleisen, dann ist wohl offensichtlich, das hier grundlegende Reformen und eine massive Umverteilung notwendig sind, von der auch kleinere Firmen profitieren und erst recht Angestellte.
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Auch persönliche Erfahrungen prägen die Sicht auf Arbeit, Einkommen und Belastung stark. Während manche nach einem Berufswechsel deutlich bessere Verdienstmöglichkeiten sehen, berichten andere von sehr langen Arbeitszeiten und hoher steuerlicher Belastung trotz Selbstständigkeit. Zwei weitere Leserkommentare geben einen Einblick in diese sehr unterschiedlichen Realitäten des Arbeitslebens.

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JosefMutzenbacher
Ich will nicht angeben, aber als selbstständiger Tierarzt arbeite ich locker bis zu 80 Stunden in der Woche. Die Steuern, die ich da zu zahlen habe, sind schlicht spektakulär!!!
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Sommer
20 Jahre war ich im Gastgewerbe als Koch tätig für eine Schinder Lohn.
Jetzt bin ich die letzte 20 Jahre eigenständiger Gärtner.
Verdiene in einer Woche mehr als ein Koch im Monat.
4 Tage Woche.
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Was halten Sie von Teilzeit? Sind Sie mit Ihrer Arbeitssituation zufrieden? Wir freuen uns auf weitere Meldungen und Meinungen unten in den Kommentaren! 

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