08.09.2019 14:00 |

Große Umfrage:

Wahlergebnis in Tirol wäre für Kurz ein Traum

Verkehr und Klima – das sind die Hauptthemen, die der Tiroler Bevölkerung derzeit die größten Sorgen bereiten und wo sie sich von der Politik erwarten, dass sie in Zukunft verstärkt anpackt. Würde am Sonntag gewählt, bekäme die ÖVP in Tirol fast doppelt so viele Stimmen wie der Zweitplatzierte, die FPÖ.

Noch drei Wochen sind es, bis die Nationalratswahl (29. September) stattfindet. Würde bereits diesen Sonntag gewählt, könnten die Türkis-Schwarzen die Sektkorken knallen lassen. Sie kämen – in Tirol – auf satte 37,6%. Dahinter würden mit Respektabstand die FPÖ (19,4%) und die SPÖ (17,8%) folgen. Die Grünen würden 13,6% und die Neos 8,3% erreichen. Politikforscher Christian Traweger dazu: „So, wie es momentan aussieht, sticht der ,Unter den Ober‘. Die Kurz-ÖVP würde also in Tirol nicht das Ergebnis erreichen, das Landeshauptmann Günther Platter mit der Tiroler Volkspartei bei der letzten Landtagswahl erreicht hat. Die Türkisen würden in Tirol auch etwas weniger Prozentstimmen als 2017 erhalten.“

Auch FPÖ und noch stärker die SPÖ würden im Vergleich zu 2017 Stimmen verlieren. „Über einen deutlichen Stimmenzuwachs könnten sich hingegen die Grünen freuen, was einerseits daran liegt, dass man mit den Grünen wieder eine Oppositionspartei im Nationalrat haben will, die sich über Jahrzehnte etabliert hat. Oder vielleicht diesmal sogar in einer Regierungskoalition eine nicht unbedeutende Rolle spielen könnte. Etwas dazugewinnen würden auch die NEOS, die derzeit vom Tiroler Ergebnis ausgehend gut abgesichert wären“, betont Politikwissenschafter Traweger. Spannend ist nach einer Wahl ja, wie es weitergeht, wer mit wem koalieren wird. Das freilich klären dann die Parteien. Die Tiroler Bevölkerung hat jedenfalls klare Vorstellungen, was sie gerne hätte und vor allem, was sie überhaupt nicht will.

90 Prozent wollen SPÖ nicht in der Regierung
Diesbezüglich bekommt die SPÖ ihr Fett ab. Denn 90 Prozent der Befragten sagen: „Nicht mit dieser SPÖ!“ „Die fetten Image-Jahre mit Regierungsbeteiligung sind für die SPÖ, jedenfalls mit Rendi-Wagner, vorerst einmal vorbei“, sagt dazu Traweger. Am ehesten vorstellen können sich die Tiroler eine Dreierkoalition aus Türkis, Neos und Grünen (33%). „Vor allem Frauen, bis 40-Jährige, Personen mit höherer Schulbildung und Befragte aus städtischen Gebieten sprechen sich für diese Regierungsbildung aus“, erklärt dazu IMAD-Chefin Barbara Ravanelli.

Expertenregierung soll bleiben: 20 Prozent
Dahinter folgt die Neuauflage von Türkis–Blau (20%). „Hier sind es vermehrt 26- bis 60-Jährige sowie Personen mit Schulbildung ohne Matura, welche diese Form favorisieren.“ An dritter Stelle der Wunschliste steht, dass die Expertenregierung im Amt bleiben soll (ebenfalls 20%).

Dahinter folgen die Koalitionsvarianten Türkis-Grün (13%) und Türkis-SPÖ (8%). Abgeschlagen der Wunsch nach eine rot-blauen Bundesregierung (3%).Schramböck bei der Bekanntheit klar voranIhren „Ministerbonus“ voll ausnützen kann laut dieser Befragung Ex-Wirtschaftsministerin Margarethe Schramböck (ÖVP). Die Unterländerin kommt auf 73%. Mit Respektabstand folgen ihr der schon wesentlich länger in der Politik tätige ÖVP-Nationalrat und Tiroler Wirtschaftsbundchef Franz Hörl (53%) sowie der Osttiroler FPÖ-Politiker Gerald Hauser. Abgeschlagen auf Platz 12 von zwölf abgefragten Kandidaten Nicole Staudenherz (Liste Jetzt), mit deren Namen gerade einmal zwei Prozent etwas anfangen konnten (siehe auch Grafik dazu).

Geht es um den Direktwahl des Bundeskanzlers, zeigt sich in Tirol ein eindeutiges Bild: Sie sprechen sich mehrheitlich für Sebastian Kurz aus (ÖVP, 44,6%). Weit abgeschlagen folgen Norbert Hofer (FPÖ, 14,8%), Pamela Rendi-Wagner (SPÖ, 13,7%), Beate Meinl-Reisinger (NEOS, 13,4%) sowie Werner Kogler (12,2%) und Peter Pilz (Liste Jetzt, 1,4%).

Sicherheit ist nur untergeordnetes Thema
Weniger überraschend als zum Teil die Umfrageergebnisse sind die Aussagen, wo die Tiroler Bevölkerung scheinbar der Schuh drückt. Geht es nach den Befragten, soll die neue Bundesregierung vor allem die Themenbereiche Klimaschutz und Verkehr verstärkt anpacken. Wobei die Sorgen um das Klima mit 58% klar vor dem Problem Verkehr (48%) liegen. Dahinter folgen die Themenbereiche „Steuern und Finanzen“ sowie „Bildung“ (jeweils 38%), „Zuwanderung/Migration“ (35%), „Stabilität in Österreich“ (31%), „Sicherheit“ (27%) und „Wirtschaftsankurbelung“ (14%). „Vor allem die Generation der bis-25-Jährigen sehen den Klimaschutz als für sie derzeit wichtigstes Thema an. Beim Thema Bildung sehen vor allem Frauen Handlungsbedarf“, fasst Barbara Ravanelli abschließend zusammen.

Claus Meinert
Claus Meinert
Markus Gassler
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