Es war bereits die vierte Tagsatzung, in der sich Klaus W., der stets alle Vorwürfe bestritten hatte, vor einem Innsbrucker Schöffensenat dafür verantworten musste, dass er Bagger aus fremdem Besitz verkauft und sich etwa 130.000 Euro, die ihm nicht gehörten, in seine Tasche gesteckt hatte. Dennoch versuchte er, dem Gericht eine neue Version, die seine Unschuld beweisen könne, aufs Auge zu drücken: "Auf der Festplatte meines Computers sind alle Rechnungen, die zeigen, dass ich korrekt gehandelt habe, zu finden."
Die verärgerte Replik von Staatsanwalt Wilfried Siegele dazu: "Warum haben Sie dann den Computer nicht schon lange vorgelegt? Dann wäre der Fall zwei Stunden später erledigt gewesen."
Auch der Schöffensenat unter Vorsitz von Günther Böhler schenkte den Unschulds-Beteuerungen des Angeklagten wenig Glauben. Im Gegenteil, der 38-Jährige handelte sich in der Verhandlung noch zusätzlich den Vorwurf des Betruges ein. Prompt wurde er in fast allen Anklagepunkten schuldig gesprochen und wegen Untreue, Betrugs und Urkundenfälschung zu 3 Jahren und 8 Monaten Haft verurteilt, gegen die er auf der Stelle volle Berufung anmeldete.
von Werner Kriess, Tiroler Krone
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