18.08.2019 14:28 |

Böller gezündet

Massenpanik ausgelöst: YouTuber (17) verurteilt!

Diese Aktion zeugt in Zeiten gesteigerter Terrorangst nicht gerade von Intelligenz: Weil ein 17-Jähriger und sein 18-jähriger Freund in einem gut besuchten Einkaufszentrum im deutschen Dortmund Böller warfen und andere Jugendliche anstifteten, es ihnen gleichzutun, um die Reaktion der arglosen Einkaufenden zu filmen, wurde ihnen der Prozess gemacht. Beide wurden schuldig gesprochen, der 17-jährige muss die Verfahrenskosten tragen.

Der Vorfall ereignete sich bereits in der Vorweihnachtszeit des Vorjahres: Der 17-jährige Drahtzieher - ein YouTuber mit rund 350.000 Abonnenten - und sein Komplize fanden sich in dem Einkaufszentrum ein, um ein Video zu drehen, in dem sie die Reaktion der Besucher auf Knallkörper filmen wollten.

Beim Dreh wurden offenbar andere Jugendliche dazu angestiftet, einen illegalen „Polenböller“ zu zünden. Der laute Knall löste eine Massenpanik aus. Einige Besucher des Einkaufszentrums erlitten bei ihrer panischen Flucht Knalltraumata, Schocks und Verletzungen, berichtet das IT-Portal „Heise“.

17-Jähriger muss Prozesskosten tragen
Jetzt wurde den beiden YouTubern der Prozess gemacht. Der 17-jährige Haupttäter wurde wegen gefährlicher Körperverletzung und Störung des öffentlichen Friedens verurteilt, der 18-jährige wegen Beihilfe. Der 17-Jährige fasste eine Strafe von zwei Wochen Dauerarrest und 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit aus und muss die Prozesskosten tragen. Der 18-Jährige wurde wegen Beihilfe zu vier Tagen Kurzarrest und 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Gericht: YouTuber missbrauchte Vorbildfunktion
Das Gericht hob bei der Urteilsverkündung hervor, dass der 17-Jährige mit seinem von 350.000 Menschen abonnierten YouTube-Kanal eine Vorbildfunktion habe, die er für seinen finanziellen Vorteil missbrauchen wollte. Der einträgliche YouTube-Kanal war auch der Grund dafür, dass das Gericht den 17-Jährigen „aus erzieherischen Gründen“ die Prozesskosten tragen ließ. Beide Burschen zeigten sich bei der Verhandlung geständig und reumütig und baten mehrfach um Entschuldigung für ihre Tat.

Zehn weitere Jugendliche angeklagt
Weitere Verfahren wegen des Böllerwurfs im Einkaufszentrum sind zu erwarten, immerhin beteiligten sich noch mehr Jugendliche an dem missratenen Scherz. Laut der Staatsanwaltschaft Dortmund wurden im Juli weitere zehn Jugendliche wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Wann diese Fälle verhandelt werden, ist aber noch unklar.

 krone.at
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