15.08.2019 14:48 |

„Beinahe-Katastrophe“

Kollision mit Vögeln zwingt Airbus zur Notlandung

Bange Minuten für Passagiere eines russischen Flugzeugs: Die Maschine, die mehr als 230 Menschen an Bord hatte, musste nach einer Kollision mit Vögeln in einem Maisfeld notlanden. Dabei wurden Donnerstagfrüh mindestens 55 Menschen verletzt, teilten die Behörden mit. Die Verletzten, unter ihnen 17 Kinder, hätten Prellungen und Hautabschürfungen erlitten. Fast alle seien ambulant behandelt worden, nur eine 69-Jährige sei im Spital geblieben. In sozialen Medien sprachen viele Betroffene von einem Wunder, dass sie überlebt hätten.

Die Passagiere sind womöglich nur knapp einer Katastrophe entkommen. Nach Angaben der Luftfahrtbehörde war ein Schwarm Möwen beim Start in das Triebwerk der Maschine der Fluglinie Ural Airlines geraten. Dies habe zu erheblichen Störungen geführt. Der Fluggesellschaft zufolge waren beide Triebwerke betroffen. Ein Video, das von einem Passagier veröffentlichte wurde, zeigte die Vögel beim Abheben der Maschine.

Bei der Notlandung am Flughafen Schukowski vor den Toren Moskaus hätten die Piloten die Motoren abgeschaltet, teilte die Behörde weiter mit. Das Fahrwerk der voll betankten Maschine sei nicht ausgefahren gewesen. Die genauen Umstände werden noch untersucht.

Auf Bildern war zu sehen, dass der Airbus 321 in dem Maisfeld mehr als einen Kilometer von der Landebahn entfernt steht. Die Crew habe die Maschine über kleinere Notrampen evakuiert. Videos zeigten, wie sich Menschen durch Maispflanzen von dem Flugzeug entfernten. An der Maschine sei erheblicher Schaden entstanden.

„Jetzt glaube ich definitiv an Gott“
In sozialen Netzwerken dankten viele Passagiere den beiden Piloten. Sie hätten 226 Menschen das Leben gerettet. „Herzlichen Glückwunsch zu eurem Geburtstag“, hieß es in Kommentaren. Die Agentur Ria Nowosti zitierte einen Fluggast mit den Worten: „Ich hielt mein Kreuz fest, jetzt glaube ich definitiv an Gott.“ Eine Mutter schilderte den Anruf ihres 14 Jahre alten Sohnes, der nach der Notlandung bei ihr anrief: „Mama, unser Flugzeug ist abgestürzt. Ich lebe.“

„Es ist gelungen, eine Katastrophe zu verhindern“
Der Kreml nannte die Piloten Helden. Sie sollten staatliche Auszeichnungen erhalten. Ministerpräsident Dmitri Medewedew sagte der Agentur Interfax zufolge: „Dank dem sehr geschickten Vorgehen der Besatzung ist es gelungen, eine Katastrophe und den Tod der Menschen zu verhindern.“ Die Piloten hätten genau das getan, was ihnen beigebracht worden sei, sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft.

Neben den 226 Passagieren befanden sich sieben Besatzungsmitglieder an Bord. Die Maschine sollte von Moskau nach Simferopol auf der Halbinsel Krim fliegen, wo viele Russen Urlaub machen. Die Sommerferien enden in gut zwei Wochen.

Drama Anfang Mai
Anfang Mai waren bei einer Flugzeugkatastrophe in Moskau 41 Menschen ums Leben gekommen. Die Maschine war auf ihrem Weg nach Murmansk im Norden des Landes kurz nach dem Start zum Moskauer Flughafen Scheremetjewo zurückgekehrt. Beim Landeanflug prallte der Suchoi Superjet 100 mehrfach auf den Boden und ging in Flammen auf.

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