Linzer Babyface-Bande:

„Den jungen Verdächtigen war offenbar sehr fad“

Oberösterreich
10.08.2019 09:00

Polizistin Simone Wögerbauer (30) und ihr Kollege Patrick Schwarzbauer (29) koordinierten den Einsatz der SOKO „Babyface“, bei der bisher 43 - teils noch unmündige - Mitglieder einer Linzer Jugendbande ausgeforscht werden konnten. Binnen eines halben Jahres wurden bereits mehr als 100 Delikte aufgeklärt.

„Krone“: Wann hat die SOKO die Arbeit aufgenommen?
Simone Wögerbauer: Das war vor etwa sechs Monaten - auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Linz.

„Krone“: Wie war es möglich, so viele Täter zu überführen - in den meisten Fällen waren die Opfer ja sehr eingeschüchtert?
Wögerbauer: Das war häufig nur mit Hilfe von Video-Auswertungen möglich. Wir haben oft stundenlang sichten müssen.

„Krone“: Wie konnte es überhaupt dazu kommen, dass Kinder derart kriminell werden?
Wögerbauer: Ihnen war offenbar fad, sie waren unterbeschäftigt.

„Krone“: Die Verdächtigen sollen bei den Übergriffen zum Teil sehr brutal vorgegangen sein.
Wögerbauer: Da waren 13-Jährige, die mit den Opfern, auch wenn sie schon am Boden lagen, kein Mitleid hatten und sehr kaltschnäuzig agierten.

„Krone“: Wie verhielten sich die Unmündigen Ihnen gegenüber?
Wögerbauer: Es gab welche, die haben mir ins Gesicht gelacht, weil sie wussten, dass ihnen mit 13 nichts passieren kann.

„Krone“: Wie haben die Eltern auf die Festnahmen reagiert?
Wögerbauer: Die meisten haben sich sogar bedankt, weil sie selbst keinen Rat mehr wussten.

„Krone“: Ihr Einsatz für die SOKO ist offenbar noch nicht beendet.
Wögerbauer: Es gibt noch offene Akten.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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