Causa Babyface-Bande:

„Die Strafmündigkeit muss herabgesetzt werden!“

Einer kriminellen Jugendgang konnten Linzer Polizisten das Handwerk legen. Seit Herbst 2018 sollen die 43 Mitglieder der „Babyface-Bande“ mehr als 100 Delikte verübt haben. Knapp ein Fünftel der Verdächtigen ist unter 14 und noch strafunmündig. Sicherheitsstadtrat Michael Raml ruft zur Senkung der Altersgrenze auf.

In Wild-West-Manier suchten sich die Mitglieder der Linzer „Babyface-Bande“ ihre Opfer aus. „Sie waren entweder jünger, schwächer oder deutlich in der Unterzahl“, sagt Philip Christl von der Staatsanwaltschaft Linz. In unterschiedlicher Zusammensetzung wurden die Opfer überfallen, niedergeschlagen, erpresst, bedroht oder genötigt. „Dabei ging es weniger um die Beute, als darum, Macht zu demonstrieren, die Taten zu filmen und in sozialen Netzwerken damit anzugeben“, erklärt Stadtpolizei-Chef Karl Pogutter. 

Bisher vier Jahre und ein Monat unbedingt
100 Delikte konnten den 43 Mitgliedern (aus elf Nationen) zugeordnet werden, es gab sieben Hausdurchsuchungen, 15 Festnahmen. Ein Drittel der Verdächtigen stand bereits vor dem Richter.Christl: „Insgesamt haben sie bisher 14 Jahre und ein Monat ausgefasst - vier Jahre und ein Monat davon waren unbedingt.“ Allerdings: Knapp ein Fünftel (8) ist erst 13 und damit noch strafunmündig. 

Auf 13 Jahre senken
„Die gesetzliche Altersgrenze gehört dringend gesenkt - mindestens auf 13, wenn nicht sogar auf zwölf Jahre“, fordert Sicherheitsstadtrat Michael Raml.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

Jürgen Pachner
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