Aufregung in Kroatien

Mühlviertler rettet im Urlaub ertrinkenden Briten

„Help, help!“ Die Schreie eines Briten, der im kroatischen Meer gegen das Ertrinken kämpfte, ließ ein Ehepaar aus dem oberösterreichischen Wartberg ob der Aist plötzlich aufschrecken. Hannes R. (52) sprang sofort ins Wasser, brachte gemeinsam mit einem Dänen den Bewusstlosen ans Ufer. Andere Urlauber schauten einfach nur verwundert zu.

Es sollte ein entspannter Urlaub in der Nähe vom kroatischen Urlaubsort Porec werden - plötzlich wurde ein Mühlviertler von einer Sekunde auf die andere zum Lebensretter und brachte sich dabei selbst in Gefahr. „Der Mann hat etwa 100 Meter vom Ufer entfernt wie wild um sich geschlagen und geschrien, ich bin sofort ins Wasser gelaufen“, erzählt Hannes R. aus Wartberg. „Immer wieder bin ich ein Stück getaucht, damit ich schneller vorankomme“, erzählt der Mühlviertler. Gemeinsam mit einem Dänen schleppte er den bereits bewusstlosen, etwa 60-jährigen Briten dann ans Ufer.

„Hab‘ fast nichts mehr gehört“
Für Hannes R. war der Einsatz kein leichter: „Als ich wieder an Land war, war mein ganzer Kopf voll Wasser, ich hab’ fast nichts mehr gehört, mir ist es sehr schlecht gegangen“, so der Held. Mittlerweile war Hannes R. beim Ohrenarzt, es geht im besser. Auch einen Badeschlapfen hat der Lebensretter in den Fluten der Adria verloren. Seine Frau Luise setzte die Rettungskette in Gang: „Es hat einfach keinen dort interessiert, dass da ein Mann ums Überleben kämpft“, ist die Ehefrau (55) schockiert. Auch der Bademeister saß gemütlich in einem Lokal und gönnte sich ein Getränk.

„Bekomme Bilder nicht mehr aus meinem Kopf“
Drei Tage verbrachte das Paar noch in Kroatien: „Das konnten wir nicht genießen, die Szenen gehen mir nicht mehr aus dem Kopf. Der Mann war ganz blau angelaufen. Es ist einfach ein wahnsinn, dass etwa 80 andere Badegäste einfach zugesehen und nicht geholfen haben. Auch der Lebensgefährte des Briten hat sich nicht bedankt - aber das war vielleicht wegen dem Schock“, so Hannes R. Der Brite wurde ins Krankenhaus gebracht, er begann am Ufer wieder zu atmen.

Lisa Stockhammer
Lisa Stockhammer

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