Zu liberal

Mekka: Chef der Religionspolizei gefeuert

Ausland
25.04.2010 22:38
Im saudi-arabischen Mekka ist der Chef der Religionspolizei (Mutawa) gefeuert worden, weil sein Standpunkt zur Geschlechtertrennung offensichtlich zu liberal ist. Der Chefmoralhüter der Stadt, Ahmed bin Kassim al-Ghamidi, hatte unlängst der Zeitung "Okaz" gesagt, auch nicht miteinander verwandte Männer und Frauen sollten sich treffen können.

Dies sei "natürlich" und sollte nicht verboten werden, so Ghamidi. Mekka ist die heiligste Stadt des Islam und als Geburtsort des Propheten Mohammed der wichtigste Wallfahrtsort.

Besonders harte Auslegung der Scharia
Ghamidis Einstellung steht im Widerspruch zu den strengen Regeln der Religionspolizei, die im täglichen Leben eine strikte Trennung der Geschlechter durchsetzt. In Saudi-Arabien gilt eine besonders harte Auslegung der Scharia, des muslimischen Rechts. Danach dürfen sich Frauen in der Regel nur in Begleitung ihres Ehemannes oder eines männlichen Blutsverwandten in der Öffentlichkeit zeigen.

Die für die Durchsetzung der Scharia zuständige Religionspolizei greift ein, wenn sie etwa in den Kantinen großer Bürohäuser gemischtgeschlechtliche Ansammlungen von Geschäftspartnern oder Arbeitskollegen beim gemeinsamen Essen antrifft.

König Abdullah und Wirtschaft für Lockerung
Allerdings setzt sich der saudische König Abdullah für eine schrittweise Lockerung der Regeln ein, und auch die Wirtschaft in Saudi-Arabien wehrt sich zunehmend gegen die strikte Geschlechtertrennung in den Firmen und Institutionen des Landes.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
25.04.2010 22:38
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung