29.07.2019 09:40 |

„Qualitätskontrolle“

Siri-Aufnahmen werden „regelmäßig mitgehört“

Nach Amazon und Google gerät auch Apple wegen seines Sprachassistenten in die Kritik. Einem Bericht zufolge sollen private Anfragen an Apples Siri zur Verbesserung des Dienstes an Vertragspartner weitergeleitet werden - darunter auch versehentlich gemachte Aufnahmen, auf denen regelmäßig vertrauliche medizinische Informationen, Drogengeschäfte oder Paare beim Sex zu hören sein sollen.

Obwohl es Apple in seinen Angaben zum Datenschutz nicht ausdrücklich offenlege, werde ein kleiner Teil der Siri-Aufnahmen an Apple-Vertragspartner weitergegeben, schreibt der britische „Guardian“. Diese hätten die Aufgabe, die Antworten der Nutzer auf eine Vielzahl von Faktoren zu bewerten - einschließlich der Frage, ob die Aktivierung des Sprachassistenten absichtlich oder zufällig erfolgte, ob Siri bei der Beantwortung behilflich sein konnte und ob die die Antwort von Siri angemessen war.

Ein für einen solchen Vertragspartner tätiger Informant, der aus Angst um seinen Arbeitsplatz darum bat, anonym zu bleiben, äußerte gegenüber der Zeitung Bedenken über die fehlende Offenlegung, insbesondere angesichts der Häufigkeit, mit der laut Bericht unbeabsichtigte Aktivierungen „äußerst sensible personenbezogene Daten“ erfassen.

Vertrauliche Gespräche, Drogendeals und Bettgeflüster
„Es gab unzählige Fälle von Aufnahmen mit privaten Gesprächen zwischen Ärzten und Patienten, Geschäftsabschlüssen, scheinbar kriminellen Geschäften, sexuellen Begegnungen und so weiter“, wird der Informant zitiert. Diese Aufzeichnungen würden mit Angaben zum Standort sowie Kontaktdaten begleitet, um zu überprüfen, ob eine Siri-Anfrage erfolgreich bearbeitet wurde.

Manchmal könne „man definitiv einen Arzt hören, der über die Krankengeschichte des Patienten spricht. Oder man hört jemanden, vielleicht mit Hintergrundgeräuschen des Automotors - man kann es nicht definitiv sagen, aber es ist ein Drogendeal... man kann es definitiv hören. Und man hört Leute, die an sexuellen Handlungen beteiligt sind, die versehentlich mit dem HomePod oder der Apple Watch aufgezeichnet wurden.“

„Nur ein Prozent der täglichen Siri-Anfragen“
Apple selbst betonte gegenüber dem „Guardian“, dass nur ein kleiner Teil, nämlich weniger als ein Prozent der täglichen Siri-Anfragen zur Verbesserungen des Sprachassistenten und der Diktierfunktion in sicheren Einrichtungen analysiert werde. Alle Prüfer seien verpflichtet, die strengen Vertraulichkeitsanforderungen einzuhalten.

Dem hält der Insider entgegen: „Apple vergibt Unteraufträge, es gibt einen hohen Umsatz. Es ist nicht so, dass die Menschen ermutigt werden, Rücksicht auf die Privatsphäre der Nutzer zu nehmen oder sie sogar zu berücksichtigen.“ Für Mitarbeiter mit „schändlichen Absichten“ wäre es „nicht schwer“, die Menschen auf den Aufnahmen zu identifizieren.

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