'Nein zum Stützpunkt'
100.000 Japaner protestieren gegen US-Militärbasis
Angesichts des Lärms sowie wiederholter Straftaten der US-Marineinfanteristen kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Protesten der örtlichen Bewohner. Aus Wut über die brutale Vergewaltigung einer Zwölfjährigen durch drei US-Soldaten im Jahr 1995 waren damals 85.000 Menschen auf die Straße gegangen. Erst danach sahen sich Japan und die USA zu einer Reduzierung der US-Truppenstärke gezwungen.
Der wachsende Widerstand im Volk rührt auch aus den Kriegserfahrungen. Im Zweiten Weltkrieg fand auf Okinawa die einzige Schlacht auf japanischem Boden statt. Dabei kamen über 250.000 Menschen ums Leben, darunter 12.000 Amerikaner.
USA wollen Basis erst 2014 aufgeben
Die im September neugewählte Mitte-Links-Regierung Japans hatte erklärt, die Basis Futenma möglicherweise außer Landes verlegen zu lassen. Die USA wehren sich jedoch dagegen, den 2006 geschlossenen Vertrag neu zu verhandeln. Dieser sieht vor, Futenma dann zu schließen, wenn eine neue Basis fertiggestellt ist, die bis 2014 an der Küste Okinawas gebaut werden soll.
Insgesamt hat die US-Armee mehr als 30 Einrichtungen auf Okinawa, das wegen seiner Nähe zu China, Taiwan und den beiden Koreas strategisch wichtig ist. Für Washington ist die Insel als "unsinkbarer Flugzeugträger" ein unverzichtbarer Militärstützpunkt. Auf Okinawa, rund 1.600 Kilometer südlich von Tokio, sind mehr als die Hälfte der insgesamt 47.000 US-Soldaten in Japan stationiert.
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