Vier Jahre Bauzeit

Tauerntunnel: zweite Röhre freigegeben

Kärnten
30.04.2010 12:39
Nach knapp vier Jahren Bauzeit ist die zweite Tauerntunnel-Röhre am Freitag für den Verkehr freigegeben worden. Parallel dazu beginnen sofort die umfangreichen Sanierungsarbeiten der Bestandsröhre, deshalb wird in der neuen rund ein Jahr lang ein Gegenverkehrsbereich eingerichtet. Ab Juni 2011 werden beide Röhren befahrbar sein.

"Der Bau von zweiten Tunnelröhren bildet das nachhaltig wirksamste Mittel, um die Verkehrsrisiken im Tunnel zu minimieren", betont Gernot Brandtner, Geschäftsführer der ASFINAG Bau Management GmbH. "Daher wurde nach dem tragischen Unfall im Tauerntunnel im Jahre 1999 von Seiten der ASFINAG begonnen, bestehende Tunnelanlagen zu erweitern bzw. technisch nachzurüsten. 

Zusätzliche Maßnahmen für den Umweltschutz
Parallel zum Vollausbau des Tauerntunnels erhalten die Anrainer zusätzliche Umweltentlastungsmaßnahmen. "In insgesamt zehn Gemeinden in Kärnten und Salzburg wurden und werden derartige Maßnahmen in Form von Einhausungen, Lärmschutzgalerien und -wänden realisiert", so Alexander Walcher, Geschäftsführer der ASFINAG Bau Management GmbH. 

"Zusätzliche Lärmschutzwände im Pongau und Lungau wurden bereits fertiggestellt. Derzeit wird die Lärmschutzwand 'Hub' im Bereich Tauerntunnel Süd hergestellt. Und Ende Juni können wir bereits die Einhausung Eben für den Verkehr freigeben. Die Einhausung Flachau wird Ende Mai 2011 fertiggestellt sein", so Walcher.

Vier Jahre Bauzeit für zweiten Tunnel
Eine Million Kubikmeter Ausbruchmaterial wurde für den Bau der zweiten Tauerntunnel-Röhre aus dem Berg gekarrt. 150 Mitarbeiter waren an dem Projekt beschäftigt. Die Kosten inklusive Sanierung der alten Röhre betragen 212 Millionen Euro, die Bauzeit reichte von Juli 2006 bis April 2010, wie ASFINAG-Sprecherin Anita Oberholzer erläuterte. 

Alte Röhre seit 35 Jahren in Betrieb
Die alte Röhre ist bereits 35 Jahre in Betrieb. Von 21. Juni 1975 bis Jahresende 2008 schlängelten sich 143,9 Millionen Kraftfahrzeuge durch. Der schwärzeste Tag in der Tunnel-Geschichte war der 29. Mai 1999: Nach einem Auffahrunfall brach ein verheerender Brand aus, zwölf Menschen kamen ums Leben, 42 wurden verletzt.

Jetzt wird der alte Tunnel auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Der Anstrich wird erneuert, zudem müssen noch 26 Querverbindungen zur neuen Röhre geschlagen werden. 17 "Querschläge" sind begehbar, sechs nur für Einsatzfahrzeuge und drei für Lastwagen befahrbar.

Gesamtkosten: 634 Millionen Euro
Die Kosten für den Bau der zweiten Röhren durch den Tauern und Katschberg samt den Sanierungen der alten Tunnels belaufen sich auf rund 334 Millionen Euro. Der finanzielle Aufwand für die begleitenden Umweltentlastungsmaßnahmen ab Eben im Pongau bis Lisahofen in Kärnten beträgt weitere 300 Millionen Euro.

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