Studie in Tirol

Je näher, desto besser: Regional ist nicht egal

Tirol
27.07.2019 09:00
Porträt von Anna Haselwanter
Von Anna Haselwanter
Seit vielen Jahren setzt man in der Vermarktung von Produkten vermehrt auf Regionalität – und das scheint sich zu lohnen. Eine aktuelle Studie, die in Tirol durchgeführt wurde, zeigt, dass der Begriff beim täglichen Einkauf immer wichtiger wird. Die Konsumenten wünschen sich dennoch mehr Transparenz und Information.

An vierter Stelle steht sie bereits, die „Regionalität“. Nur Qualität, Geschmack und Gesundheit sind den Tirolern beim Einkaufen noch wichtiger, so das Ergebnis einer Studie, die vom Tiroler Lebensmittelhandel in Auftrag gegeben wurde. Bei den Motiven für den regionalen Einkauf steht die Unterstützung von einheimischen Bauern und Produzenten an erster Stelle, gefolgt von geringen Transportwegen und Frische der Produkte.

Regionalität ist nicht in Kilometern abgrenzbar
Bei Lebensmitteln wie Eiern, Gemüse, Milch, Obst und Fleisch wird besonders auf Regionalität geachtet. Bei Getränken, Fertiggerichten und Süßigkeiten spielt Regionalität hingegen die kleinste Rolle. Aber was genau bedeutet der Begriff„regional“ eigentlich? „Je nach Produkt wird die Bedeutung ganz unterschiedlich ausgelegt“, erklärt Stefan Mair, Gremialobmann in der Wirtschaftskammer. „Bei Milchprodukten etwa wünscht man sich Produkte aus dem Bundesland, bei Kartoffeln denkt man österreichweit.“ Heißt, in Kilometern lasse sich der Begriff nicht eingrenzen. „Zudem wird Regionalität sehr oft automatisch mit ,Bio’ in Verbindung gebracht“, erklärt Sabine Beinschab, die die Studie durchführte. Der genaue Unterschied ist offenbar nicht ausreichend bekannt.

Mehr Transparenz und Information gewünscht
Der größte Teil der 500 Befragten zeigt sich zudem mit dem Angebot regionaler Lebensmittel im Handel zufrieden. Dennoch wird ausdrücklich gewünscht (76%), dass der Handel von sich aus mehr transparente Informationen über die Herkunft von Produkten zur Verfügung stellt. Dabei wären digitale Hilfsmittel durchaus erwünscht, etwa QR-Codes, die darüber informieren, woher die Produkte kommen und wie weit sie gereist sind.

Damit unsere Kinder später nicht Äpfel mit Birnen vergleichen
Um den Kauf regionaler Produkte künftig zu fördern, wünschen sich 65 Prozent der Befragten Bewusstseinsbildung, die bereits in Schule und Kindergarten beginnt. Die Landwirtschaftskammer setzt sich dafür schon seit Jahren ein. Mit einer Umfrage, die aktuell durchgeführt wird, soll herausgefunden werden, inwieweit diese Themen in den Schulen behandelt werden sollen.

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