Kleines Jubiläum

Seit 15 Jahren fährt die Linie U6 bis nach Siebenhirten

Wien
23.04.2010 19:08
15 Jahre ist es nun her, dass die Wiener U-Bahn ihre "Fühler" (oder sagen wir besser Gleise) nach Süden ausstreckte – von der Philadelphiabrücke bis nach Siebenhirten. Das ist zwar kein Anlass für eine große Jubiläumsfeier, aber einer, um einen kleinen Blick auf die Besonderheiten dieser Linie U6 zu werfen, denn da entdecken wir so manches Interessante, das viele nicht wissen.

Das beginnt schon beim Baustil – die Wiener Stadtbahn ist bekanntlich ein Werk des großen Otto Wagner. An den anschließenden Neubaustrecken der U6 nach Floridsdorf und Siebenhirten sowie an den neuen Haltestellen am Gürtel waren beim Stationsbau nicht weniger als neun Architektengruppen am Werk, unter ihnen bekannte Namen wie Glück oder Holzbauer.

Ein architektonischer Stilmix, der der einzigen U-Bahn-Linie mit Oberleitung ein eigenes Gesicht verleiht. Eine "normale" U-Bahn mit Silberpfeilen wäre hier nicht in Frage gekommen – das Heben der Bahnsteigkanten hätte zu großen Problemen mit dem Denkmalschutz geführt.

Und noch eine Besonderheit der U6: Sie ist auf der Südstrecke trotz ebenem Boden eine richtige Berg-und-Tal-Bahn. Der Grund: Wenn es nach den Stationen bergab geht, braucht der Zug weniger Energie zum Beschleunigen, und auf dem "Gegenhang" vor der nächsten Station lässt es sich leichter bremsen.

von Erich Vorrath, Kronen Zeitung

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