22.07.2019 15:06 |

Arbeiten am Abgrund

Hightech-Baustelle für eine sichere Klamm

Es ist eine Baustelle am Abgrund: Im Mai 2017 donnerten 300 Tonnen Geröllmassen in die Liechtensteinklamm. 17 Touristen mussten geborgen, die Schlucht danach für Besucher gesperrt werden. Jetzt will St. Johann die dort herrschenden Naturgewalten entschärfen: Mit neuen Tunnels, Netzen, Stiegen und viel Hightech.

Drei Tunnels wurden neu in den Felsen gesprengt: „Unsere Geräte können geflogen werden“, schildert Siegfried Greiffenhagen, dass die Sprengtechnikfirma aus St. Veit auf extremes Gelände spezialisiert ist. Die Arbeiten in der Klamm starteten bei Eis und Schnee: Jetzt ist der Großteil der Wege schon sicher. Simulationen zeigten, wie herabstürzende Felsbrocken fallen und aufprallen. 59 Netz-Standorte werden jetzt positioniert. Das Material muss per Hubschrauber angeflogen werden. Das Verankern und Sichern können in den steilen Wänden nur gute Kletterer übernehmen.

Allein 40 Kluftenmesser sind verbaut. „Sie messen die Bewegungen in den hohen Felstürmen“, erklärt Geologe Johannes Andexer. Ein Monitoring überwacht die Entwicklung in den porösen Klamm-Kalken. Gegen drohenden Steinschlag können sofort Maßnahmen ergriffen werden.

Die Klamm-Baustelle dauert noch. Bürgermeister Günther Mitterer: „Wenn es nur ein Tag ist: Ich möchte heuer noch aufsperren.“ Die Liechtensteinklamm ist mit 200.000 Besuchen im Jahr ein wichtiges Ausflugsziel. Zwei Gasthäuser traf der Felssturz auch wirtschaftlich hart.

Sabine Salzmann
Sabine Salzmann
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