Brutaler Mord

19-jähriger Sohn eines Steirers in Venezuela getötet

Ausland
23.04.2010 07:40
Der 19-jährige Sohn eines Steirers ist in Venezuela ermordet aufgefunden worden. Amadeus Michael (Bild), der in dem südamerikanischen Land geboren und aufgewachsen ist, war seit 13. April abgängig gewesen. Die Hintergründe der Tat sind vorerst unklar, das Außenministerium und die österreichischen Sicherheitsbehörden unterstützen die Ermittlungen über Interpol. Vieles deutet daraufhin, dass der 19-jährige Doppelstaatsbürger entführt worden war - doch sein Vater will nicht daran glauben...

"Mein Sohn hatte am Abend des 12. April einen Freund nach Hause gebracht - was danach geschah, weiß niemand", erzählt Vater Johann N. im Gespräch mit der "Krone". Der 55-Jährige war 1989 nach Venezuela ausgewandert und hatte dort zuletzt als Langustenfischer gearbeitet, ehe er 2003 in die Steiermark zurückkehrte. Seine Frau, von der er mittlerweile geschieden ist, sein Sohn Amadeus und eine Tochter blieben in Südamerika.

Amadeus Michael wollte es seinem Vater jedoch demnächst gleichtun und auch nach Österreich umziehen. Der Doppelstaatsbürger hatte seine Lehre abgeschlossen und wollte in Österreich seinen Grundwehrdienst versehen, schildert Johann N.

Mutter erhielt nach Verschwinden Erpresser-Anrufe
Seine Ex-Gattin war es, die einige Stunden nach dem Verschwinden des Sohnes die telefonische Nachricht erhielt, dass dieser angeblich entführt worden sei. Am nächsten Tag wurde sein ausgebranntes Auto gefunden. "Die Anrufer, die sich danach noch sechsmal gemeldet haben, verlangten umgerechnet 700.000 Euro Lösegeld. Obwohl mein Schwiegervater in Venezuela eine Fiberglasfabrik besitzt, in der Amadeus auch gearbeitet hatte, wäre es für uns alle unmöglich gewesen, so viel Geld aufzubringen", so der Vater.

Jetzt erreichte ihn die Schreckensnachricht, dass man die Leiche des Sohnes in der Nähe von St. Lucia - dem Wohnort der Famile - in einem Abwasserkanal gefunden hatte. Sie dürfte dort bereits seit Tagen gelegen sein. Die Art und Weise, wie der junge Mann getötet wurde, steht noch nicht fest, aber es gebe bereits einen Verdacht, wer ihn ermordet haben könnte: Es könnte sich um eine berüchtigte Bande handeln, der auch ein korrupter Polizist angehört. Das Ergebnis der Obduktion soll am Freitag vorliegen.

Lösegeldforderung, um aus Mord Kapital zu schlagen?
"Auf einem Foto im Internet habe ich gesehen, dass er die Schuhe anhatte, die ich ihm zuletzt gekauft hatte", sagt sein Vater, der an eine geplante Entführung im klassischen Sinn nicht glauben will: "Ich vermute, dass er unfreiwillig in irgendeine Sache hineingeraten ist und dann, weil er Zeuge des Geschens war, getötet wurde. Daraus wollten die Täter offenbar später noch Kapital schlagen." 

Laut dem Vater litt die Familie in Venezuela unter der hohen Kriminalität. Der 19-Jährige war in der Vergangenheit bereits einmal von einer Jugendbande überfallen, bedroht und ausgeraubt worden. Deswegen wollte er nach Österreich umziehen.

Zusammenarbeit mit Interpol
Wie Außenministeriumssprecher Peter Launsky-Tieffenthal am Donnerstagabend erklärte, haben inzwischen die österreichischen Sicherheitsbehörden eine Anzeige des Vaters aufgenommen. Das Außenministerium hat den Angehörigen die volle Unterstützung bei den Ermittlungen, die in Kooperation mit Interpol laufen, zugesagt. 

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