Tote und Verletzte
Explosionen in besetztem Viertel in Bangkok
Nach Darstellung der thailändischen Regierung kamen die Granaten, die in das Geschäftsviertel um die Silom-Straße abgefeuert wurden, aus dem von den Regierungsgegnern ("Rothemden") besetzten Viertel. Vizepremier Suthep Thaugsuban erklärte nach Angaben der "Bangkok Post" im staatlichen Fernsehen, die M79-Granaten seien aus der Gegend hinter dem Denkmal für Rama VI. abgeschossen worden. Dort hätten sich auch die "Rothemden" verschanzt, die seit Wochen den Rücktritt der Regierung von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva fordern.
Einer der Anführer der Protestbewegung, Weng Tojirakarn, wies die Vorwürfe zurück, seine Leute hätten die Granaten in das Geschäftsviertel um die Silom-Staße gefeuert, zurück. Man habe damit nichts zu tun, versicherte er gegenüber der nachrichtenagentur AP. Nach Angaben der "Bangkok Post" sind fünf Verdächtige festgenommen worden. Bei einem von ihnen soll es sich um einen früheren Armee-Offizier handeln.
Hunderte Soldaten im Einsatz
Um demonstrierende Anhänger der Opposition daran zu hindern, in das Viertel mit Banken, Bürotürmen und Hotels einzudringen, sind in Bangkok seit Montag Hunderte Soldaten im Einsatz. Die Armee forderte die Protestanten am Morgen eindringlich auf, das von ihnen seit Wochen besetzte Touristen- und Geschäftsviertel Ratchaprasong so schnell wie möglich zu verlassen. Ihnen bleibe nicht mehr viel Zeit vor einer gewaltsamen Räumung, sagte Armeesprecher Sunsern Kaewkumnerd. Die Behörden seien entschlossen, die Proteste endgültig zu beenden. Diejenigen, die sich der Armee widersetzten, riskierten ihr Leben, warnte er.
"Rothemden" errichteten Barrikaden
Angesichts einer drohenden Niederschlagung ihrer Protestbewegung hatten die "Rothemden" bereits am Vortag in dem Geschäftsviertel Barrikaden aus Bambusstöcken und Autoreifen errichtet und sich mit Pflastersteinen und angespitzten Bambusstöcken ausgerüstet. Sie sind entschlossen, ihre Proteste fortzusetzen, bis sie den Rücktritt von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva und Neuwahlen erzwungen haben. Verhandlungen mit Abhisit lehnen sie ab.
Proteste weiten sich aus
Die Auseinandersetzungen weiten sich nach und nach auch auf den Nordosten des Landes aus. Im Bahnhof von Khon Kaen blockierten die "Rothemden" seit Mittwoch einen Zug mit Soldaten und Waffen. In der Nacht zum Donnerstag zwangen sie drei Busse mit rund 150 Soldaten zur Rückkehr in die Kasernen. Sie fürchteten, die Sicherheitskräfte seien zur Verstärkung nach Bangkok unterwegs.
Viele der Oppositionellen sind Anhänger des 2006 gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra und stammen aus den ländlichen ärmeren Gegenden im Norden Thailands. Sie werfen Abhisit vor, als Marionette der Elite unrechtmäßig an die Regierungsspitze gekommen zu sein.
Vermutlich kein Österreicher unter den Opfern
Österreicher dürften sich nach Angaben des österreichischen Außenamtes nicht unter den Verletzten befinden. Bei einem der betroffenen Ausländer dürfte es sich um einen australischen Staatsbürger handeln, teilte Außenamtssprecher Peter Launsky-Tieffenthal am Donnerstagabend mit. Die österreichische Botschaft stehe laufend in Kontakt mit den zuständigen thailändischen Behörden und informiere sich auch vor Ort über die Entwicklung.
Launsky-Tieffenthal wies darauf hin, dass das Außenministerium bereits in den vergangenen Tagen vor einem hohen Sicherheitsrisiko in Bangkok gewarnt habe. Die genaue Anzahl von Österreichern in Thailand ist dem Außenministerium nicht bekannt. Derzeit sei aber "Gott sei Dank", so Launsky-Tieffenthal, keine Hauptreisezeit.
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