14.07.2019 10:00 |

Sanierung notwendig

„Leuchtturm“ kommt uns ganz schön teuer

Die Festspiele seien Teil unserer DNA. Ein kultureller Leuchtturm, weltbestes Festival und Haupt-Magnet für Salzburg-Besuche. Schwärmereien können mit viel Zahlenmaterial unterlegt werden. Aber jetzt soll für die desolaten Festspielhäuser auch tief in den Steuertopf gegriffen werden. Ein Stimmungsbild aus der Altstadt.

Hundert Millionen? Da will eine Verkäuferin am Grünmarkt gar nicht näher überlegen. Eine utopische Summe sei das. Im Baugeschäft aber schnell erreicht ... Vor allem im Großen Festspielhaus fehlt es mittlerweile an vielen Ecken und Enden: Eigentlich seien Gebäude aus dieser Zeit schon am Ende ihrer Lebenszeit angekommen, heißt es von der Festspielleitung. 1960 wurde der Holzmeister-Bau eröffnet. Jetzt muss dringend saniert werden. Auch die Klimaanlage sorgt nicht mehr überall für wohltemperierten Kulturgenuss.

Regen tropfte auf Konzertbesucher
Und das Dach ist an einigen Stellen schon undicht. Peinlich berührt erinnert man sich an den Festspiel-Sommer 2018, als es während eines Konzerts von Grigory Sokolov in die Zuschauerränge tropfte.

Die Häuser müssen in Schuss sein – das zweifelt auch am Grünmarkt niemand an. Aber warum so viel Geld aus dem Steuertopf? Höhere Kartentarife, Sanierungssponsoren – die Vorschläge sind bunt. „Man könnte ja die Rente von Frau Rabl-Stadler nehmen“, meint Würstlfrau Martina Ferma mit Augenzwinkern. Seit 27 Jahren steht sie schon am Universitätsplatz und wünscht sich, dass in Salzburg auch für „Jedermann“ etwas passiert. „Der Platz hier ist der reinste Fleckerlteppich. Da hat man nicht das Geld, ihn zu asphaltieren.“ Auch Besucher geben am Würstlstand ihren Senf dazu ab. Ist zu wenig Instandhaltung passiert?

„Neubau würde wesentlich mehr kosten“
Das können die Festspiele entkräften. Es wurde gerade sehr viel in Brandschutz investiert. Und ein Neubau würde wesentlich mehr kosten, als die Sanierung im denkmalgeschützten Haus. „Ganz abgesehen vom Flair“, meinte Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Die Festspielhäuser polarisieren nicht zum ersten Mal. Auch zur Eröffnung gab es politischen Protest: Die Wohnungsnot war groß, die Wichtigkeit wurde angezweifelt. Doch wie sehr Salzburg profitiere, zeige sich jeden Sommer. „Die Festspiele sind nicht nur eine Budgetzeile“, so Haslauer. Jeder investierte Euro aus Steuergelder käme zigfach zurück.

Sabine Salzmann
Sabine Salzmann

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