Am Fuße des Semmerings

Tunnelbau verwandelt Bäche in trübe „Sandbrühe“

Weiße Fluten stürzen zur Stunde bei Schottwien im niederösterreichischen Bezirk Neunkirchen aus dem Berg! Ursache für das trübe Gerinne dürfte ein Wassereinbruch in der Tunnelbauröhre unter dem Semmering sein. Doch während die Bundesbahnen beruhigen, sind Anrainer und Naturschützer weiter in hellster Aufregung.

Statt klaren Wassers wälzt sich seit Tagen eine weißliche, sandige Brühe durch das Bett des Göstritzbaches in Schottwien. Die Verunreinigung zieht sich bis ins knapp sieben Kilometer entfernte Gloggnitz. Auch Aue- und Erlbach sind betroffen, wie verunsicherte Anrainer schildern. „Hundebesitzer trauen sich beispielsweise nicht mehr, ihren Vierbeinern eine Erfrischung in diesem Wasser zu gönnen“, berichtet etwa Anrainer Jürgen W. aus Schottwien.

Sand für Filter zu fein
Die Ursache für diese Verunreinigung dürfte tief unter der Erde liegen. „Beim Bau des Semmering-Basistunnels tritt in 250 Metern Tiefe Wasser aus“, bestätigen die ÖBB. Dadurch werde Sand gelöst, der aber viel zu fein sei, um einfach herausgefiltert zu werden – und daher jetzt in die Bäche gelangt.

„Rasch in den Griff bekommen“
Für Wolfgang Ruzicka, Bürgermeister von Schottwien, kein haltbarer Zustand: „Die Bahn, die Baufirma sowie die Behörden müssen das rasch in den Griff bekommen.“ Immerhin sei geklärt, dass die Verschmutzung nicht toxisch ist. Das lässt auch Irene Gölles, Stadtchefin von Gloggnitz, aufatmen: „Durch die Trübung ist unser Trinkwasser in keiner Weise beeinträchtigt.“ Das kann aber Fischzüchter in der Region nicht trösten: Sie bangen um die Bestände in den Teichen.

Christoph Weisgram und Julia Adler, Kronen Zeitung

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