Baustelle in Linz:

Heikles „Einparken“ mit 1000-Tonnen-Brückenteil

Es ist, als würde man versuchen, einen SUV in einer zu engen Tiefgarage zwischen zwei Säulen zu pressen: Im Falle eines fast 1000 Tonnen schweren Stahlbauteils für die eine, stromaufwärts gelegene Bypassbrücke der Voestbrücke in Linz dauerte dieses „Einparken“ eine Woche. Und ging in herausfordernder Zentimeterarbeit ohne Kratzer oder Beulen ab. Nun folgt viel Schweißarbeit.

Spektakulär sah es kürzlich aus, als von einer Schiffsplattform aus der letzte, mittlere Teil des Brückenabschnitts über dem Fluss Donau eingehoben wurde. Der endgültige Lückenschluss über Land, auf Urfahraner Seite, war dann ein Spektakel, das sich über eine Woche hinzog und immer wieder Kiebitze anzog.

Ziemlich gewundener Stahlbauteil
Man kann es tatsächlich als „Einparken“ bezeichnen, ging es doch darum, den fast 1000 Tonnen schweren, ziemlich ge- und verwundenen Stahlbauteil auf einer Art Schwerstlast-Tieflader in die Lücke zwischen zwei Pfeilern hinauf und hinein zu bugsieren. Mit Schalungen und Beton wäre das Schließen dieser Lücke nicht möglich gewesen.

Eine große Herausforderung
Freitagabend war das Trumm schließlich an seinem Platz. „Das war schon eine große Herausforderung“, räumt Asfinag-Bauleiter (Gruppenleiter Bau Oberösterreich) Martin Pöcheim ein. Die Leute der Spezialfirma Sarens aus Belgien haben sie aber souverän erledigt, diese Zentimeterarbeit: In 10-Zentimeter-Schritten wurde der Teil in den „dritten Stock“ der Rampen hydraulisch hinaufgepresst und langsamst hinzugerollt.

Hitzetage verringern den Spielraum
Der Spielraum zu den vorhandenen Teilenist gering: Im Fall des Teils überm Fluss waren es hitzebedingt links und rechts nur 1,5 Zentimeter statt je 6 Zentimeter, wie Pöcheim erzählt. Denn der Stahl dehnt sich in der Hitze aus.

Stahlbrücke liegt noch auf Böcken
Dass die zusammen knapp 400 Meter langen Stahlbauteile der Bypassbrücke auf Böcken auf den Pfeilern liegen und nicht auf den tatsächlichen Widerlagern ist kein Baufehler. Man könnte ja glauben, dass die Pfeiler zu kurz seien. Nein, klärt Pöcheim auf: „Erst wenn alles verschweißt ist, kommen die Böcke weg und die Brücke liegt auf den dafür bestimmten Lagern auf. Bis dahin besteht zum Beispiel noch die Möglichkeit einer Horizontalverschiebung des gesamten Tragwerks, was etwa für die nötige Präzision der Schweißarbeiten nötig werden kann.“

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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