Brandstiftung

Prozess fand nach mehr als drei Jahrzehnten statt

Mehr als drei Jahrzehnte konnte sich ein Welser vor dem Prozess wegen dreifacher Brandstiftung und fahrlässiger Krida drücken. Am Mittwoch ging es dafür schnell. In Wels wurde er zu 14 Monaten bedingt wegen der Brandstiftungen in den Jahren 1984 und 1985 verurteilt. Bei der Krida gab es einen Freispruch.

Die Anklageschriften der Staatsanwaltschaft Wels gegen den heute 66-Jährigen sind noch mit der Schreibmaschine verfasst. Obwohl er nach Brandstiftungen im Juni 1984 und im Mai 1985 rasch als Verdächtiger ausgeforscht worden war - er hatte die Feuerwehr zur Hauptbrandstelle eingewiesen, die nur der Brandstifter kennen konnte - dauerte es Jahrzehnte bis er von einem Gericht zur Rechenschaft gezogen werden konnte. Ein Gutachter hatte dem Mann Verhandlungsunfähigkeit diagnostiziert. Unter anderem soll er an Agoraphobie, Platzangst, gelitten haben. Der Gutachter musste erst in Pension gehen, ein Kollege eine neue Expertise erstellen bis am Mittwoch der Weg zu einer Verhandlung vor dem Landesgericht Wels frei war.

Geständnis
Verhandlungsfähig und zum Tatzeitpunkt auch zurechnungsfähig hieß es nun in der Verhandlung. Zu den Brandstiftungen bekannte sich der Pensionist in allen drei Fällen schuldig. Aus Ärger und Frust hatte er zum Beispiel in einem Gebäude seines Ex-Schwiegervater mit Nitroverdünnung Feuer gelegt. Schaden: 11 Millionen Schilling. Der Schöffensenat brauchte nur eine halbe Stunde bis es zur Urteilsverkündung kam: 14 Monate bedingt wegen Brandstiftung. Der Beschuldigte nahm das Urteil an, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab - nicht rechtskräftig.

Freispruch
Die Vorwürfe zur fahrlässigen Krida konnten nicht mehr geklärt werden. Der Angeklagte konnte sich einfach nicht mehr genau erinnern, wann und wie er mit seiner Bierimportfirma zwischen 1980 und 1982 in Konkurs geraten war. Außerdem gab es seither mehrere Gesetzesänderungen. Das Gericht fällteeinen Freispruch.

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