03.07.2019 10:00

Die Spannung sinkt

Continental bringt Vollhybrid mit nur 48 Volt!

Autos mit 48-Volt-Hybridantrieb fahren sparsam, aber höchstens wenige Meter rein elektrisch. Künftig sollen sie aber viel weiter kommen: Continental macht den 48-Volt-Hybrid zum Voll-Hybriden.

Auf der IAA in Frankfurt will der Zulieferer ein elektrifiziertes Antriebssystem vorstellen, das trotz sicherer und kostengünstiger Niederspannungstechnik auch emissionsfreies Fahren über längere Strecken und bei höherem Tempo möglich machen soll.

Bei den bisher eingesetzten 48-Volt-Hybriden dient der Elektromotor lediglich als Hilfsaggregat für den Verbrennungsmotor, etwa beim Anfahren und Beschleunigen. Rein elektrisches Fahren ist höchstens über wenige Meter möglich, auch weil üblicherweise nur ein relativ leistungsschwacher E-Motor eingesetzt wird. Continental setzt stattdessen nun im gleichen Bauraum eine neue, wassergekühlte Elektromaschine mit verbessertem Wirkungsgrad und einer ungewöhnlich hohen Leistung von 30 kW/41 PS ein. Diese beschleunigt das Fahrzeug auf bis zu 90 km/h und gewinnt zudem mehr Bremskraft zurück als schwächere Triebwerke.

Zu einer weiteren wichtigen Komponente, dem verwendeten Akku, macht Continental keine genauen Angaben. Standard dürfte eine kleine und kostengünstige Batterie sein, die im Gegenzug allerdings auch nur eine geringe elektrische Reichweite erlaubt. Die vergleichbaren konventionellen Hochvolt-Vollhybride kommen einige Kilometer weit. Alternativ wäre aber auch die Kombination mit einer großen Batterie und einem Ladeanschluss denkbar, sodass ein Plug-in-Hybridantrieb entsteht.

Bei dem neuen Antrieb ist die stärkere E-Maschine allerdings nicht die einzige neue Komponente: Auch die integrierte Leistungselektronik arbeitet mit einer neuen Technik, die es nun erlaubt, deutlich höhere Ströme zu verarbeiten. Das führt laut Continental zu einem elektrischen Wirkungsgrad, der den des bisherigen Systems um nahezu 10 Prozent übertrifft. Auch beim Rekuperieren soll die neue Technologie wirkungsvoller sein. Als Versuchsträger diente ein Ford Focus, was einen Einsatz in der Kompakt- und Mittelklasse wahrscheinlich macht.

Wann der 48-Volt-Vollhybrid in Serie gehen könnte, sagt der Zulieferer nicht. Klar ist aber, dass die 48-Volt-Technik aktuell schon bei Mildhybriden im Trend liegt. Hauptgrund im Vergleich zu Hochvolt-Hybriden ist der geringere Aufwand beim Material und vor allem bei der konstruktiven Absicherung gegen Stromschläge.

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