Kollision bei Übung

Pilotenfehler wohl Ursache für Eurofighter-Absturz

Ausland
28.06.2019 15:07
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach dem Absturz zweier Eurofighter über der Mecklenburgischen Seenplatte in Deutschland gehen die Unfallermittler der Bundeswehr von einem Pilotenfehler als wahrscheinliche Ursache aus. Wie der „Spiegel“ am Freitag berichtete, schlossen sie nach ersten Untersuchungen technische Defekte an den Maschinen aus. Die Kampfjets waren am Montag bei einer Übung in der Luft kollidiert und abgestürzt, einer der beiden Piloten starb dabei.

Laut „Spiegel“ prüfen die Ermittler der Bundeswehr nun, ob ein Pilot die andere Maschine übersah oder ob es Missverständnisse bei der Positionsabsprache über Funk gegeben haben könnte. Dazu werden Daten der Bordcomputer und Flugschreiber ausgewertet. Die beiden abgestürzten Maschinen hatten dem Bericht zufolge mit einem dritten Eurofighter die Verfolgung feindlicher Jets simuliert.

Erster Eurofighter-Absturz in Deutschland
Es war der erste Absturz von Eurofighter-Flugzeugen der Bundeswehr nach rund 15 Jahren Dienstzeit. Die Luftwaffe verteidigte danach Übungsflüge über Deutschland gegen Kritik. Ihre Piloten seien für die Sicherung des deutschen Luftraums zuständig und müssten den Ernstfall dort trainieren, wo er auch eintreten könne. Beide Maschinen gehörten zum Taktischen Luftwaffengeschwader 73 in Laage bei Rostock. Dort werden alle Eurofighter-Piloten der Bundeswehr ausgebildet.

Der 51-jährige Pilot eines der kollidierten Flugzeuge überlebte den Absturz nach Auslösung des Schleudersitzes. Der 27-jährige zweite Pilot starb. Die genauen Umstände sind noch unklar. Laut „Spiegel“ wird unter anderem geprüft, ob sein Schleudersitz auslöste, aber wegen Beschädigung der Maschine eventuell nicht richtig funktionierte.

Trümmerteile über mehrere Quadratkilometer verteilt
Die beiden Jets waren in größerer Höhe kollidiert, Trümmerteile verteilten sich über eine Fläche von mehreren Quadratkilometern nördlich des Fleesensees bei Waren an der Müritz. Nach dem Absturz durchsuchten Soldaten das Gebiet aus Wäldern und Feldern mehrere Tage lang. Dabei fanden sie auch die Flugschreiber der Maschinen.

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