Reger Andrang
Grabtuch von Turin erstmals seit 2000 wieder ausgestellt
Schon jetzt haben sich den Angaben zufolge rund 1,5 Millionen Menschen aus aller Welt Karten reserviert. Auch Papst Benedikt XVI. wil am 2. Mai nach Turin reisen.
Das Grabtuch von Turin gilt Millionen Christen als Abdruck des Antlitz von Jesus von Nazareth und wird von ihnen als wichtige Reliquie verehrt. Die katholische Amtskirche sieht die 4,36 Meter lange und 1,10 Meter lange Stoffbahn allerdings nicht nicht als Reliquie an (wie zum Beispiel die Kreuz-Reliquien), sondern als Ikone (Abbild).
Das Sindone genannte Tuch zeigt den - mit bloßem Auge kaum zu erkennenden - Körper- und Gesichtsabdruck eines nackten Mannes mit Folterspuren. Für viele Gläubige ist es der "echte" Abdruck des Gekreuzigten. Zur Klärung, was tatsächlich auf dem Tuch zu sehen ist, bildete sich eine eigene Wissenschaft heraus, die Sindonologie. Im französischen Chambery überstand die Sindone im Jahr 1532 einen Brand und wurde danach von Nonnen mit 30 Flicken bedeckt. Seit 1578 wird das Grabtuch im Dom von Turin in einem Reliquiar aus Silber aufbewahrt, wo es 1997 erneut einem Brand knapp entkam.
Wissenschaftlicher Krieg um das Grabtuch
Eine Radiokarbon-Datierung versetzte 1988 dem Glauben an die Echtheit einen schweren Schlag. Das Gewebe stamme aus dem Mittelalter, hieß es. Später gab es Kritik, die Wissenschaftler hätten nur einen der Flicken untersucht. Israelische Biologen wiederum fanden in dem Gewebe Spuren von Pflanzen, die es auch schon vor 2000 Jahren in der Gegend um Jerusalem gegeben haben soll.
Zuletzt sorge ein Chemiker für Schlagzeilen, der nach eigenen Angaben sein eigenes, authentisches Grabtuch von Turin - nämlich eine ebenso täuschend echte Fälschung - hergestellt haben will. Eine Vatikan-Forscherin wiederum will Abdrücke des Totenscheins Jesu auf dem Grabtuch entdeckt haben.







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