Demenz in OÖ:

„Demenz wird von der Gesellschaft unterschätzt“

Rund 21.000 von Demenz betroffene Menschen leben in unserem Bundesland. „In den Pflegeheimen leiden rund 85 Prozent der Betreuten an Demenz“, erläutert Stefanie Auer das Ergebnis einer brandaktuellen Untersuchung der MAS-Alzheimerhilfe. Tendenz steigend!

„Erstmals in seiner Geschichte wird der Mensch so alt“, nennt Stefanie Auer, Expertin der MAS Alzheimerhilfe, als Grund, warum Demenz als neue Alterskrankheit schlechthin rapide zunehmen wird. Demenz bedeutet nicht nur Vergesslichkeit, sondern bringt Veränderungen im Verhalten, in der Kommunikation: „Für Pflegende und die gesamte Gesellschaft eine unterschätzte Herausforderung“, so Auer. Mehr Forschung wäre gut. „Es gibt zwar viel Wissen, aber noch viel zu wenig Praxisforschung“, sagt Auer.

Wie müssen Medizin und Pflege zusammenarbeiten?
„Mehr Personal im Pflegeheim garantiert nicht automatisch, dass die Versorgung der Demenzbetroffenen besser ist. Es geht vor allem darum, das Pflegepersonal, die Mitarbeiter, aber auch die Kassiererin am Supermarkt oder den Beamten zu schulen: „Jeder sollte wissen, wie er mit Demenzerkrankten umgehen muss, wenn er mit ihnen im Alltag zu tun bekommt“, führt Auer aus. Jeder in der Gesellschaft ist gefordert. Besonders aber pflegende Angehörige und Pflegepersonal, aber auch medizinisches Personal brauchen spezielle Schulungen. Wie müssen Ausbildungsmodelle sein? “Da müssen wir noch viel mehr forschen, sonst investieren wir in Modelle, die womöglich gar nicht funktionieren", schärft die Demenzexpertin den Blick.

Neue Beratungsstellen
Landeshauptmann Thomas Stelzer reagierte im Gespräch mit der Expertin mit einer „Demenz-Strategie“, die in die richtige Richtung wirkt: „Die bereits vorhandenen Strukturen müssen wir bündeln und weiterentwickeln“, sagt er. Die ersten Schritte wurden bereits gesetzt: Die „Integrierte Versorgung Demenz“ (IVD) wird nach der Pilotphase auf ganz Oberösterreich ausgerollt. Bis 2025 werden 11 Beratungsstellen eingerichtet, vor allem zur Stärkung von Beratung, klinisch psychologischen Tests oder Schulungen für die Angehörigen.

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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