Drei unbekannte Tote:

Waldhausener Mumien werden in München erforscht

Ihre Geheimnisse sollen drei Mumien, die in der Gruft des ehemaligen Augustiner-Chorherren-Stifts von Waldhausen im Strudengau gefunden wurden, jetzt preisgeben. Die sterblichen Überreste - es könnte sich um Pröbste des 1792 aufgelösten Klosters handeln - wurden zu Experten nach München gebracht.

In München wurde im Vorjahr auch schon der „Luftg’selchte Pfarrer“ von St. Thomas am Blasenstein vom Pathologen Andreas Nerlich und Rechtsmediziner Oliver Peschel - er hatte auch schon „Ötzi“ auf seinem Tisch - untersucht. „Der Pfarrer von St. Thomas war ein Augustiner Chorherr aus Waldhausen“, kennt Judith Wimmer, Kunstreferentin der Diözese Linz Parallelen - siehe auch unser Interview unten. Aber über die drei Mumien von Waldhausen ist wenig bis nichts bekannt, vor allem nach der Klosterauflösung wurden Archive vernichtet und während der Nazi-Herrschaft die Gruft verwüstet. 

Im Herbst ausgestellt
Im Herbst dieses Jahres sollen die drei Mumien nach Waldhausen zurückkehren und in der Kirchengruft bei Führungen auch zu besichtigen sein. Bei der Diözese Linz ist man auf die Ergebnisse gespannt. Beim „Luftg’selchten Pfarrer“, der in St. Thomas aufgebahrt ist, wurde ja bekannt, dass die Leiche einbalsamiert worden war, der Pfarrer zu Lebzeiten wohl genährt war und Pfeife rauchte und schließlich zwischen 1734 und 1780 an Lungen-Tuberkulose verstorben war. Und er wurde sogar identifiziert - es dürfte sich um Pfarrvikar Franz Xaver Sydler handeln. 

„Es wird nicht gezielt gesucht“
Bei der Diözese Linz ist die Kunsthistorikerin Judith Wimmer auch für die Mumien zuständig. Wie viele es in OÖ gibt, ist unklar.

„Krone“: Was erhofft man sich von der Untersuchung der Mumien von Waldhausen?
Judith Wimmer:
Leider sind die Überreste nicht so gut erhalten, wie die des bekannten Pfarrers von St. Thomas. Wir hoffen, mit der Radio-Carbon-Methode zu erfahren, wann die Männer gelebt haben.

„Krone“: Wann wurden die Mumien entdeckt?
Wimmer:
Von ihnen weiß man schon lange, nur sind sie nicht öffentlich zugänglich gewesen.

„Krone“: Wie selten sind Mumien in Oberösterreich.
Wimmer:
Sie können sich nur in einer Gruft entwickeln, wenn es etwa zu einer schnellen Austrocknung des Leichnams kommt. Aber es wird nicht gezielt nach Mumien gesucht, meist findet man sie im Zuge von Restaurationen oder Umbauten.

„Krone“: Dann gibt’s nur noch den „Luftg’selchten Pfarrer“?
Wimmer:
In Hellmonsödt gibt es eine Kindermumie, die im Vorjahr in München untersucht und identifiziert wurde. Der Knabe verstarb vor mehr als 400 Jahren.

Interview: M. Schütz/Kronen Zeitung

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