10.06.2019 10:33 |

Intel, Qualcomm

US-Chipgiganten gehen auf Distanz zu Huawei

Die Geschäftsbeschränkungen für den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei in den USA sorgen für zunehmende Verunsicherung in der Technologiebranche. Experten befürchten, dass dies die Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G beeinträchtigen könnte.

Mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters, eine Reihe großer internationaler Konzerne habe die eigenen Beschäftigten angewiesen, mit Huawei-Kollegen nicht mehr über Technologiefragen und technische Standards zu sprechen. Entsprechende Anweisungen hätten etwa die US-Chipproduzenten Intel und Qualcomm, die Mobilfunkforschungsfirma InterDigital Wireless sowie der südkoreanische Mobilfunkbetreiber LG Uplus ihren Mitarbeitern erteilt. Sie wollten keinen Ärger mit den US-Behörden.

Hintergrund ist die Entscheidung der Regierung in Washington, Huawei auf eine schwarze Liste zu setzen. Damit wird US-Firmen untersagt, mit dem chinesischen Unternehmen Geschäfte zu tätigen. Mehrere Konzerne wie Google und Vodafone gingen bereits auf Abstand zu Huawei-Produkten. US-Präsident Donald Trump wirft dem weltgrößten Netzwerkausrüster vor, dass mit dessen Produkten Spionage für den chinesischen Staat betrieben werden kann. Huawei weist das zurück.

5G-Start könnte sich verzögern
Branchenexperten zufolge könnte sich nun der 5G-Start verzögern. Auf einer Fachkonferenz zu dem neuen Mobilfunkstandard im kalifornischen Newport Beach wurde zuletzt vor einem „Technologiekrieg“ zwischen den USA und China gewarnt. Dadurch würde die langjährige Kooperation von Ingenieuren in Mitleidenschaft gezogen, die für die Entwicklung eines neuen internationalen Standards nötig sei, warnten Fachleute. 5G soll die Basis für diverse Zukunftstechnologien sein, von Videoübertragungen in Höchstgeschwindigkeit bis zu selbstfahrenden Autos.

Die US-Blockade gegen Huawei zieht auch Reaktionen Chinas nach sich. Das Land droht damit, die Ausfuhr Seltener Erden in die USA zu beschränken. Diese heiß begehrten Rohstoffe sind zentral für die Fertigung von Mobiltelefonen und anderen Elektronikgeräten. Zuletzt bestellten chinesische Behörden Vertreter westlicher Technologiefirmen ein, wie Insider berichteten. In den Gesprächen sei den Managern deutlich gemacht worden, dass eine Beteiligung an dem Huawei-Bann zu weiteren Komplikationen für alle Beteiligten in der Branche führen werde.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Newsletter