Protest-Aktion

US-Arzt lehnt Obama-Fans als Patienten ab

Ausland
03.04.2010 08:21
Aus Protest gegen die Gesundheitsreform in den USA will ein Urologe in Florida auf die Behandlung von Anhängern von US-Präsident Barack Obama verzichten. Wie die Lokalzeitung "Orlando Sentinel" berichtete, brachte der Facharzt Jack Cassell ein Schild an seiner Praxistür an: "Wenn Sie Obama gewählt haben, suchen Sie sich bitte anderswo urologischen Rat."

Auf Nachfrage der Zeitung sagte der Arzt: "Ich werde niemanden abweisen, das wäre unmoralisch." Wenn Patienten allerdings das Schild läsen und kehrtmachten, "dann ist mir das recht", sagte er.

Experten bezeichneten das Verhalten des Arztes als riskant: Es komme einer Verletzung der ärzlichen Standesregeln nahe, sagte William Allen, Professor für medizinische Ethik an der University of Florida. Ärzte in den USA dürfen Patienten nicht aus ethnischen, geschlechtlichen, sexuellen oder religiösen Gründen abweisen; politische Gründe werden in den Standesregeln allerdings nicht eindeutig erwähnt. 

Die Ende März vom US-Kongress beschlossene Gesundheitsreform spaltet die USA zutiefst. Die Demokraten befürworten sie, Konservative fürchten hohe Kosten und eine unangemessene Erweiterung staatlicher Vollmachten.

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