Täter geständig
Lebenslange Haft für Mord an US-Abtreibungsarzt
Roeder hatte den prominenten und umstrittenen Abtreibungsarzt am 31. Mai vergangenen Jahres erschossen, als dieser sich auf dem Weg zur Kirche in Wichita befunden hatte. Der Schütze war bereits im Jänner des Mordes für schuldig befunden worden, Wilbert verkündete nun das Strafmaß.
Nach der Tat ist es für Schwangere schwieriger geworden, in Kansas abzutreiben. Tillers Klinik ist geschlossen - sie war die letzte in Kansas, die Schwangerschaftsabbrüche nach der 21. Woche durchführte. Zudem bemühen sich konservative Abgeordnete, das Abtreibungsgesetz des Staates zu verschärfen.
"Sie haben genau das erreicht, was sie wollten"
"Die nationale Bewegung gegen Abtreibung hat hier einen großen Sieg erzielt", sagte Warren Hern, ein langjähriger Freund des Getöteten, der selbst in Colorado Schwangerschafts-Spätabbrüche durchführt. "Sie haben genau das erreicht, was sie wollten."
Schwangere müssen nun für Spätabbrüche von Kansas nach Albuquerque in New Mexico und Boulder (Colorado) ausweichen. Im ganzen Staat gibt es nur noch drei Krankenhäuser, in denen Frauen bis zur 21. Woche abtreiben können. Früher seien viele Schwangere für Abtreibungen nach Kansas gekommen, sagt Kari Ann Rinker vom nationalen Frauenverband NOW. "Jetzt kommen sie nicht mehr hierher, weil Dr. Tiller getötet wurde."
Tiller war bereits mehrfach Ziel von Anschlägen und Protestaktionen gewesen. 1993 schoss ihm ein Angreifer in beide Arme, 1985 explodierte ein Sprengsatz in seinem Krankenhaus. Jahrelang stand er unter Polizeischutz.
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